Teil eines Werkes 
8. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 3. Theil (1853)
Entstehung
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„Hier, mein Freund,“ ſprach der Hofcommiſſair, den Sportelſchreiber ſeinem Begleiter präſentirend, „hab' ich die Ehre, Ihnen den Herrn Regiſtrator vom Neukirchner Stadtgerichte vorzuſtellen; Menſch und Flötenſpieler, der mir nur die einzige Sorge macht, daß er nicht heirathen will.“

Der jungfräuliche Kappler ward über und über roth und warf jetzt einen ſchüchternen Blick nach dem Freunde des Hofcommiſſairs, dem er vorgeſtellt worden war. Aber plötzlich erfaßte ihn Entſetzen, ſein Haupt⸗ haar ſtieg kerzengerad in die Höhe, die Augen ſtarr⸗ ten— der vor ihm Stehende war der Haupträuber aus den Waldbergen.

Kappler würde trotz ſeines Reſpects vor dem Hof⸗ commiſſair die ſchleunigſte Flucht allem Andern vor⸗ gezogen haben, wenn ihn nicht Eccarius am Arme gehalten hätte.

„Was ſicht Sie an“ frug lachend der Hofcom⸗ miſſair,„kennen Sie dieſen Herrn?“

„Nein— ja— wenn ich nicht irre— ich ſollte wohl— nach meinem Dafürhalten— doch kann man ſich irren— ich bitte um tauſend Entſchuldi⸗

gung— ſo mir recht iſt— o bitte ganz gehorſamſt—

Jetzt platzte auch Willer mit Lachen heraus, wo⸗ durch der arme Kappler noch mehr in Angſt und Ver⸗ wirrung verſetzt wurde.

Indeſſen hatten aber Eccarius wie der Student bald Mitleid mit dem geängſteten Manne. Erſterer ſetzte nun klar und freundlich aus einander, daß Herr Willer keineswegs ein Jungfrauenräuber ſei.

„Nicht? ſo, was Sie ſagen!“ fuhr Kapplern un⸗ willkürlich heraus,„ich bitte tauſendmal umVerzeihung!

Irrung, Irrung, iſt menſchlich, rein menſchlich—“

Als endlich auch Willer freundlich zu dem Er⸗