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Verfahren gegen adelige Damen, die jetzt in der Zeit der Noth die Etiquette nicht berückſichtigend, mit bürgerlichen ſprachen, höchlichſt zu mißbilligen. Nur äußerſt Wenige waren ehrlich genug, offen zu er⸗ klären, daß das Fräulein ſeine Strafe vollkommen ver⸗ dient habe.
Nachdem alle Flacvns über den Leichnam der ſchönen Bianca geleert, die weichen Glieder ſattſam frottirt und die Schläfe mit Hoffmann'ſchem Geiſte reichlich gewaſchen worden waren, ſchlug zu allgemei⸗ nem Troſte die Ohnmächtige ihr dunkles Auge wieder auf. Nun ging's an ein Bedauern und an ein Tröſten, das gar kein Ende nehmen wollte.
Trotz der allgemeinen Beileidsbezeugungen wollte es indeß dem Fräulein Bianca keineswegs länger auf dem Balle gefallen. Der Schreck war ihr in die Füße gefahren, daß ſie an kein Tanzen weiter dachte. Sie bat die Mutter, den Wagen vorfahren zu laſſen, wozu Frau von Ponikau auch ſogleich den Befehl er⸗ theilte. Jetzt begann neues Wehklagen über den Verluſt der Familie Ponikau.
„Sie werden es gerechtfertigt finden, meine Da⸗ men,“ ſprach Frau von Ponikau beim Abſchiede, „daß ich nicht länger in einer Geſellſchaft verweilen und auch künftig nicht in derſelben erſcheinen kann, wo meine Töchter den brutalſten Mißhandlungen aus⸗ geſetzt ſind.“
„Ich werde gleichfalls anſpannen laſſen,“ erklärte raſch reſolvirt die Nichte des General Kirchner, Fräu⸗ lein Adele von Liebenrode und Buſenfreundin Bianca's. „Es könnte,“ ſetzte ſie ſpöttiſch hinzu,„dem tanz⸗ luſtigen Herrn gleichfalls iw den Sinn kommen, mir die Ehre des Tanzes zu erweiſen.“
„Der pöbelhafte Menſch wird hoffentlich aus der Geſellſchaft entfernt ſein,“ tröſteten mehre Damen.


