Indeß je größer die Furcht und das Anſehen war, in welches ſich Eccarius beim Lieutnant geſetzt hatte, deſto höhere Verehrung genoß Langſchädel von Seiten Kappler's. Der Lieutnant war dem Sportelſchreiber faſt eine heilige Perſon, aus keinem andern Grunde, als weil er der Onkel der Nichte war, in welcher Kappler einen Engel des Himmels verehrte.
Wenn daher Langſchädel Kapplern allein auftrei⸗ ben konnte, ſo war dies ein wahres Labſal für ihn; gegen den frommen Anbeter ſeiner Nichte konnte er aufſchneiden nach Herzensluſt; er fand ſtets einen Gläubigen und Bewunderer ſeiner außerordentlichen Hiſtorien.
Die Verehrung des Sportelſchreibers für Fräulein Agnes war übrigens ſo zarter Natur, daß weder das Mädchen noch Langſchädel eine Ahnung davon hatten.
So wie der Lieutnant Kapplern erſchaute, nahm er ihn ſogleich in Beſchlag.
„Wiſſen Sie es ſchon?“ frug er.
„Kein Wort, hochgeehrteſter Herr Lieutnant,“ er⸗ wiederte der Gefragte.
„Es iſt eine wahre Qual, ein hübſches Mädchen zu bevatern,“ fuhr Langſchädel fort. Der Sportel⸗ ſchreiber wurde bei dieſen Worten ganz Ohr und ſein Herz ſchlug erwartungsvoll. Er wiederholte daher: „Kein Wort, hochgeehrteſter Herr Lieutnant.“
„Sie kennen doch meine Nichte?“ ſprach der andre.
„Durch Ihre Güte, hochverehrteſter Herr Lieut⸗ nänt,“ gab Kappler zur Antwort,„iſt mir das hohe Glück zu Theil geworden, dero Fräulein Nichte von Angeſicht zu Angeſicht kennen zu lernen.“
„Nun in Betreff dieſes Mädchens weiß ich mich vor Heirathsanträgen nicht zu retten.“
Wiewohl Kappler dies ganz in der Ordnung fand, begann er doch am ganzen Leibe zu zitterv


