Hochdero Hündlein ſtellten meinem Vorhaben ein un⸗ überſteigliches Hinderniß in den Weg.“
„Es ſind fromme Thiere, ſie beißen nicht; Bellen iſt ihr Alles.“
„Ja, das iſt wahr,“ geſtand Kappler,„ich müßte ein gewiſſenloſer Lügner ſein, wenn ich denſelben nachſagen wollte, daß ſie mich unſanft berührt hätten; aber ſie müſſen ſich höchſt ſchätzbarer und geſunder Lungen zu erfreuen haben; auch iſt ihr Organ hell⸗ tönend und voll.“
Der Diener führte jetzt den Sportelſchreiber über den Schloßhof nach dem Herrnhauſe. Kappler konnte nicht genug die prachtvolle Bauart des Ehrenberg be⸗ wundern. Er hatte in ſeinem Leben noch nicht ſolche hohe Säulenhallen, Corridors und großartige Treppen geſehen. Ihm ward bei dieſer Pracht immer unheim⸗ licher, denn er fürchtete alle Augenblicke, vor den Herrn dieſes Prachtpalaſtes geführt zu werden.
Endlich that ſich eine Thüre auf und der zeit⸗ herige Führer ſchob den angſterfüllten Kappler in ein nicht ſehr großes, nur von einem einzigen Fenſter er⸗ helltes Gemach, deſſen Ausſicht nach der Werla hinaus ging. Ein Sopha, ein Stuhl und ein runder, mit einem Teppiche belegter Tiſch bildeten das ganze Meublement.
„Nehmen Sie hier Platz und gedulden Sie ſich ein wenig,“ ſprach der Diener,„ich werde den jun⸗ gen gnädigen Herrn ſogleich rufen.“
Der Sportelſchreiber machte eine ehrfurchtsvolle Verbeugung und Jener entfernte ſich.
Als Kappler allein war, ſprach er:
„Was hat denn das für eine Bewandtniß mit dem jungen gnädigen Herrn? ſo viel ich mich er⸗ innere, hat Herr von Löwenſtern gar keinen Sohn.“


