Teil eines Werkes 
6. Band, Deutsche Pickwickier : komischer Roman : 1. Theil (1853)
Entstehung
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er auch Verſtand.“ Aber zu Kappler's inniger Betrüb⸗ niß war er als Sportelſchreiber wo möglich noch ma⸗ gerer geworden. Er hatte ſich ein beſondres Maaß angelegt, womit er an ſeiner höchſteignen Perſon Ul⸗ timo jeden Monats Meſſungen anſtellte. Die kleine Bibliothek des Sportelſchreibers beſtand nächſt einer alten defecten Ausgabe des Converſationslexikons und nächſt Gellert's Schriften faſt aus nichts als aus Rathgebern und unentbehrlichen Noth- und Hülfsbü⸗ chern über die Kunſt den menſchlichen Leib zu con⸗ ſerviren; worineſich die Kapitel über Magerkeit und Corpulenz eines beſondern eifrigen Studiums zu er⸗ freuen hatten.

Aber trotz aller wiſſenſchaftlichen Forſchungen und angewandten Mittel blieb der Sportelſchreiber nach wie vor ein ſogenannter Specht, was ihm nicht wenig Kummer verurſachte, da er vermeinte, ein bei der Obrigkeit Angeſtellter müſſe auch in leiblicher Hinſicht

in's Gewicht fallen. Ein Flederwiſch könne auf die

unerläßliche Autorität keinen Anſpruch machen. Eine andre wohl verzeihlichere Schwäche Kappler's beſtand darin, daß er ſich vor's Leben gern Herr Regiſtrator nennen hörte. Niemand konnte ihm ein wohlthuenderes innerliches Vergnügen bereiten, als wenn er ihm dieſen Titel beilegte. Sein hageres BGeſicht verklärte ſich dann und er acceptirte mit ſchwei⸗ gendem Danke das ihm ſo ſchmeichelhafte Prädicat. Zur vollkommenen Charakteriſtik des Sportelſchrei⸗ bers muß hier erwähnt werden, daß er noch eine an⸗ dere recht lobenswerthe Eigenſchaft, ja faſt Leidenſchaft an ſich hatte. Den ſanften Kappler konnten nämlich nur zwei Gegenſtände in Harniſch bringen. Den er⸗ ſten haben wir erwähnt; der andere betraf die Thier⸗ guälerei. Es gab wohl keinen größern und wahrhaf⸗