1⁴
Es iſt Abends acht Uhr. Da gibt Bonaparte das Zeichen zum Ende des großen Trauerſpiels. Der Reſt der Rebellen hat ſich auf Gnade und Ungnade und unter dem beſtändigen Nothruf:„Amman, Amman!“ ergeben.
Obſchon man ſich in allen Straßen geſchlagen, hat doch nicht die ganze Bevölkerung, vielleicht ab⸗ gehalten durch das Einſchreiten des Himmels, an der Empörung Theil genommen. Bonaparte hält es da⸗ her auch nicht für angemeſſen, die ganze Stadt bü⸗ ßen zu laſſen, und will ſich auf die Beſtrafung der Rädelsführer beſchränken.
Von Seiten der Aegypter betrachtet man dieſes gerechte Verfahren als ein Zeichen einer außerordent⸗
lichen Großmuth und preiſt laut den Sultan Kebri.
Der Kanonendonner von Mokkatam hallte durch ganz Aegypten wieder und trug nicht wenig bei, die⸗ jenigen Einwohner, vor Allem die der Städte, welche zum Aufſtande geneigt geweſen waren, in Gehorſam und Unterwürfigkeit zu halten. Von jetzt an war das Volk ruhiger und duldete ohne Murren die fremde Herrſchaft. Es faßte endlich ſogar ein gewiſſes Zu⸗ trauen für die Beſieger der Mamelucken. Cairo blieb von nun an ruhig und das Beiſpiel der Hauptſtadt verfehlte, wie in Europa, nicht, ſeinen Einfluß auf die Provinzen auszuüben.
Während der beiden Monate, die auf die große Empörung folgten, knüpften ſich neue Bande zwiſchen den Aegyptern und Franzoſen. Europäiſche Kunſt und Induſtrie verſchönerten und bereicherten Cairv. So wurde der Palaſt des Beys nebſt Garten in ein Tivoli umgeſchaffen. Spielſäle, Billards, Kaffeehäu⸗ ſer, Reſtaurationen, ein Leſe⸗Cabinet, Tanzmuſiken,


