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Ein Scharfrichter ſpaßt aber nicht, am wenigſten ein türkiſcher. Die Mohren entfernten ſich, während andere herantraten, um den Profeſſor zu entkleiden und in diejenige Lage zu verſetzen, die für die bevor⸗ ſtehende etwas ſchmerzhafte Operation nichts zu wün⸗ ſchen übrig ließ.
„Sollte der Giaur thörichten Widerſtand zeigen,“ ſprach der Kapidſchi zu dem Mohren,„oder gar durch einfältig Geſchrei die zarten Ohren der Sultana, welche ſo eben eines ſanften Schlummers ſich erfreut, ver⸗ letzen, ſo ſind hier paſſende Riemen und Knebel.
In ſeinem Leben hatte ſich der Profeſſor nicht in einer üblern Lage befunden, als jetzt. Sogar die Philoſophie, ſeine treue Gefährtin in allen zeitherigen Lagen, verließ ihn. Er gab durch die außerordentlichſten Capriolen, die ein Menſch nur mit Händen und Fü⸗ ßen hervorzubringen im Stande iſt, ſeine unverholenſte Averſion gegen die ihm vom Kapidſchibaſchi angekün⸗ digte Procedur zu erkennen. Das half Alles nichts. Man bemächtigte ſich ſeiner eraltirt geſtikulirenden Gliedmaßen und ſtreckte den Leichnam auf den Boden.
Da lag, ausgeſtreckt ſo lang wie es war, das MWitglied der Pariſer Akademie in der bedenklichſten Situation. Zwei Mohren knieten bereits mit kleinen blitzenden Meſſern nieder, um die ſchauderhafte Opera⸗ tion des Hautabziehens vorzunehmen. Sie theilten ſich brüderlich in die Arbeit. Der eine wollte beim Kopfe, der andere bei den Füßen anfangen, in der Gegend des Nabels hoffte man zuſammenzutreffen.
Laroſſoſſinier mußte mit ſeinen eignen Ohren den ſcho⸗ nungsloſen Dialog anhören, in dem die beiden Schwar⸗ zen ſich beriethen, nach welcher Methode der Profeſſor ge⸗ ſchunden werden ſollte, denn es gab mehrere, wovon die eine immer größere Vorzüge vor der andern darbot.


