Teil eines Werkes 
3. Band, Napoleon in Aegypten : 2. Theil (1855)
Entstehung
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näherer Beſichtigung nicht das Glück haben ſollte, vor den Augen Ihrer Hoheit Gnade zu finden?

So trifft dieſer Dolch Dein Herz, und dieſe ſeidene Schnur knüpft Dir die Kehle zu.

Und wiederum hielt der grinzende Schwarze dem ſchaudernden Laroſſoſſinier die beiden lebensgefähr⸗ lichen Inſtrumente vor.

Doch ſei ohne Furcht, fügte er beruhigend hin⸗ zu,Sultana kennt Dich.

Was Sie ſagen! Sollte Ihre Hoheit etwa eins meiner Bücher geleſen haben? Vielleicht mein vier⸗ bändiges Werk über die Emancipation der Frauen des Morgenlandes? im eichten

Sultana lieſt nicht. ſen 5

Das thut mir leid; aber wie konnt' ich außer⸗ dem das Glück haben, die Augen Ihrer Durchlaucht auf meine Unſcheinbarkeit zu richten?

Sie hat Dich mehrere Mal unter den Fenſtern ihres Palaſtes vorbeireiten ſehen.

So? Allerdings, zu Eſel nehm' ich mich nicht unvortheilhaft aus. Doch noch ein Wort im Ver⸗ trauen, lieber Schwarzer, iſt Deine Sultana hübſch.

Die ſchönſte Frau im Rilthal.

A la bonheur! Nun, wenn's nicht anders ſein kann, will ich den Wünſchen Ihrer Hoheit nicht län⸗ ger widerſtreben. Ich begreife zwar nicht, warum ſie gerade an mir den Narren gefreſſen hat; ich hatte bis⸗ her in meiner Beſcheidenheit geglaubt, daß meine dürftige Figur die Augen der Frauen unbehelligt ließe. Aber das ſchickt ſich oft wunderbar in der Welt; de guslibus non est disputandum; hat doch der lahme Vulkan die ſchönſte Göttin zur Frau bekommen, warum ſollt' es der Himmel nicht wollen, daß ein Mitglied der Akademie eine Sultanin erobert.