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daß ich von hinnen gehe. Ueberlaſſe mich daher, Du getreue Seele, meinem Schickſale und ſuche Dich zu retten.“
„Wie ſprichſt Du wieder, guter Herr,“ rief Nur⸗ mahal, indem er Camille's Rechte an ſeine Bruſt drückte und mit Thränen bedeckte;„ich Dich verlaſ⸗ ſen? Nimmermehr. Wenn es nicht anders iſt, ſterbe ich mit Dir.“
„Nein, mein Nurmahal,“ erwiederte Renouard, „das will Gott nicht; Du haſt noch Kräfte genug; die ſollſt Du benutzen, um Dein Leben zu erhalten. Mir kannſt Du hier nicht helfen. D'irum lebe wohl, überlaß mich meinem Schickſal; ich fühle, daß es mit mir zu Ende geht.“
Nurmahal warf ſich ſchluchzend bei ſeinem Herrn nieder.
„Du darfſt nicht ſterben!“ rief er mit krampfhaf⸗ ter Heftigkeit;„wenige Stunden Ruhe im Schatten der Nacht, und Du wirſt Kräfte erhalten, die Wan⸗ derung fortzuſetzen.“
„Wenn ich umkomme im fremden Lande“, fuhr Camille fort,„und Du biſt ſo glücklich, unſer ſchö⸗ nes Frankreich wiederzuſehen, ſo kehre unmittelbar nach Deiner Ankunft im Schloſſe Saint Maurice ein, an der Grenze der Dauphins und Provence im De⸗ partement des Drömes gelegen.“
„Und was ſoll ich im Schloſſe Saint Maurice?“ frug Nurmahal, und ſeine Stimme zitterte.
„Bringe der Tochter des Herrn von Montreuil, der holdſeligen Clemence, meine letzten Grüße und ſage ihr, daß ich ſie geliebt habe bis zum letzten Hauche meines Lebens.“
„Hah!“ rief der Knabe und mit einem Tone, der halb erſchrocken, halb ſchmerzensreich klang.


