169
von zu unſchätzbarem Werthe, als daß ich es ſeinem Schickſale überlaſſen dürfte.“
„Wir können aber bei Gott nicht länger verwei⸗ len,“ betheuerte Renouard.
„Wohlan,“ verſetzte der Gelehrte,„ſo bleibe ich mit Nurmahal zurück, und komme mit der nächſten Gelegenheit nach.“
Welche Idee! wie leicht könnt' Ihr in feindliche Hände fallen!“
„Poſſen, der hieſige Araberſtamm gehört zu den friedliebendſten und gaſtfreundlichſten, die mir je vor⸗ gekommen ſind. Im Nothfall muß man der Wiſſen⸗ ſchaft ein Opfer bringen und wäre es mit dem Le⸗ ben. Für dieſen equus adamiticus würde eine gan⸗ ze gelehrte Akademie auf eine Schanze Sturm laufen.“
Während die Beiden noch mit einander ſtritten, Renouard zum Aufbruche drängte und der Profeſſor ſchlechterdings von ſeinem Grippe nicht laſſen wollte, hallten plötzlich mehrere Schüſſe aus der Ferne. Gleich darauf ſtürzte Vial athemlos herbei.
„Um aller Heiligen willen, ſchnell zu Schiffe,“ rief er,„die Beduinen haben einen räuberiſchen Ein⸗ fall in das Dorf gethan und ſengen und morden, was ihnen unter die Hände kommt.“
Trotz dieſer Worte kam es dem Profeſſor außer⸗ ordentlich ſchwer an, ſich von dem geliebten equus adamiticus zu trennen. Es hatte faſt den Anſchein, als wolle er ſeine vorigen Worte in Ausführung brin⸗ gen und ſein Leben für die Wiſſenſchaft in die Schanze ſchlagen. Da tönte ganz aus der Nähe das Geſchrei flüchtender Einwohner, Roßgetrapp und gleich darauf pfiffe neinige Flintenkugeln dem Alterthümler um die Ohren.
Kräftiger konnte die Mahnung nicht kommen. Er


