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dagegen war. Sie führten angenehme Tänze auf, Menuette und andere. Das feinſte Backwerk und ſüße Weine wurden an die Frauen vertheilt. Das Höchſte waren Spiele und Masken. Es waren Schäfer und Schä⸗ ferinnen, Bauern und Bäuerinnen, Jäger, Bergleute, Zauberinnen, dann Götter und Göttinnen, insbeſondere Venus und Adonis zugegen. Hanna nahm ſchon an dem Feſte in dem koſtbaren Gewande der vorneh⸗ men Frauen Antheil. Erſt gegen Morgen entfernten ſich die Gäſte, er⸗ loſchen die Lichter, und begaben ſich die mit Verwunderung überladenen Zuſchauer auf den Heimweg.
Der Tag war der Ruhe gewidmet. Der nächſte war zur Abfahrt beſtimmt.
Als dieſer Tag angebrochen war, geſchah der Abzug aller Herren und Frauen zu Wagen und zu Pferd mit Dienerſchaft und Troß, wie es der Jagdmarſchall vorher beſtimmt hatte. Hanna und ihre Mutter, die bereits Dienerinnen hatten, waren in dem Zuge.
In Oberplan und in der Umgegend war es nun leer und ſtille. Das Gebäude auf den Wieſen wurde abgetragen, das Gerüſte im Steg⸗ walde wurde abgebrochen, und bald war das Ganze in der Erinnerung der Menſchen, wie ein Traum.
Nach einiger Zeit kam die amtliche Kunde von der Vermählung Hanna's und Guido's. Die Leute ſagten, daß ſie in einem ſehr ſchönen Schloſſe wohne, und daß auch die Mutter in demſelben ſitze, aber traurig ſei.—.
Hanns hatte lange nach dieſen Ereigniſſen erſt erzählt, was ihm am beſchriebenen Tännlinge begegnet wäre.
Jahre nach Jahren waren vergangen. Hanns blieb immer im Holz⸗ ſchlage. Als ſeine Schweſter, die geheirathet hatte, kurz nach ihrem Manne geſtorben war, nahm er die drei hinterlaſſenen Kinder zu ſich, und ernährte ſie.
Als nach vielen Jahren Hanna wieder einmal in die Gegend kam, begegnete ſie Hanns. Sie fuhr eben auf dem Wege zwiſchen Pichlern und Pernek. Sie hatte eine dunkle ſammtne Ueberhülle um ihren Kör⸗ per und war in dem Wagen zurück gelehnt. Ihr Angeſicht war fein und bleich, die Augen ſtanden ruhig unter der Stirne, die Lippen waren ebenfalls ſchier bleich, und der Leib war runder und voller geworden. Hanns, deſſen Angeſicht Furchen hatte, ſtand auf dem Wege. Er hatte


