Zoll, bevor es in unbeſetzte Reviere ausbrechen konnte, abgäbe. Die meiſten Schützen zogen dieſe Art Jagd bei weitem einer Netzjagd vor, weil dem Wilde der Raum zur Flucht gegeben iſt, und eine Geſchicklich⸗ keit erfordert wird, den Augenblick zu benützen, um das flüchtende Ge⸗ wild nieder zu ſtrecken. Nur das Volk hatte von dieſer Jagd weniger Vergnügen, weil es nicht zuſchauen und ſich nur an dem heimgebrachten Wilde, an den Sträußen auf den Hüten und an den fröhlichen Mienen der Schützen ergötzen konnte. Guido hatte einen Hirſch an dem beſchrie⸗ benen Tännlinge geſchoſſen, ein Anderer etwas anderes, und ſo vergnügt waren alle Schützen, daß man noch ein zweites Treibjagen verabredete, ehe es zu dem Balle auf den Moldauwieſen käme, obwohl dieſes zweite Treibjagen nicht in dem urſprünglichen Plane gelegen war.
An der Ausſchmückung und Herſtellung der Gebäude auf den Mol⸗ dauwieſen zu dem großen Tanzfeſte wurde auch auf das Eifrigſte ge⸗ arbeitet.
Indeſſen geſchah das Außerordentliche, was manche geahnt, manche vorausgeſagt, und doch wenige eigentlich geglaubt hatten. Hanna wurde öffentlich als Guido's Braut erklärt. Sie ſollte mit ihm ſammt ihrer Mutter auf ſeine Beſitzungen geführt und dort getraut werden. Von dem Augenblicke der Erklärung an ſtand immer ein ſchöner leichter Wagen vor dem weißen Häuschen, den ſie beliebig gebrauchen konnte. Kleider und Schmuck waren auch angekommen. Die Bewohner von Pichlern ſahen ſie in einem ſchönen Gewande, um den Hals hatte ſie ein glänzen⸗ des koſtbares Ding, und um den ſchönen Arm einen goldenen Ring.
Das zweite Treibjagen war in einer andern Waldgegend abgehal⸗ ten worden.
Jetzt kam auch die Nacht des Tanzfeſtes, des letzten Feſtes, das ge⸗ feiert werden ſollte. Die Holzgebäude mit allen ihren Ausſchmückungen waren fertig geworden. Unermeßliche Zuſchauermengen ſtrömten von allen Gegenden zuſammen, und drängten ſich in dem Raume außerhalb der Säulen. So viele Lichter waren angezündet worden, daß man meinte, der ganze innere Bau lodere im Feuer. So viele kunſtreich ge⸗ machte Blumen waren verſchwendet worden, daß man meinte, ſo viele natürliche könnten in zwei Jahren nicht in Oberplan wachſen. Die Her⸗ ren und Frauen waren ſo ſchön, ſo außerordentlich ſchön, daß Alles, was man bisher geſehen hatte, nur ein Spielwerk und ein kindiſches Ding


