immer mehr und legte ſich endlich auf den kalten Stein, daß ſeine Arme auf demſelben lagen, und ſeine Lippen denſelben berührten. Er küßte den Stein mehrere und wiederholte Male. Dann tichtete er ſich nach und nach auf, und blieb wieder knien und betete wieder. Als er genug ge⸗ betet hatte, that er die gefalteten Hände wieder auseinander, fuhr mit der rechten gegen die Stirne und machte das Zeichen des heiligen Kreuzes. Dann nahm er den neben ſich liegenden Hut, ſtand auf und ging wieder in der Kirche zurück. Die Mütterlein machten einen demüthigen und rirchlichen Gruß gegen ihn mit Neigen des Hauptes. An der Thür nahm er mit den Fingerſpitzen Weihwaſſer aus dem Becken, beſpritzte ſich das Antlitz und machte wieder das Kreutzeichen. Dann nahm er wieder ſeine Art aus der Mauerecke, that ſie auf die Schulter, trat aus der Kirche und ſetzte den Hut auf.
Von der Kirche ging er zu dem Kreuze empor. An demſelben legte er wieder den Hut und die Axt ab, kniete auf den flachen Stein, der vor dem Holze lag, er kniete ſo nahe, daß ſeine Bruſt faſt dicht an dem rothen Stamme war, und betete da wieder. Nachdem er gebetet hatte, nahm er abermals Hut und Axt.
Gegen den Gipfel des Kreuzberges ſehen dunkle Waldhäupter herein. Man ſieht ſie, wenn man den fernen blauen Alpen, die im Süden ſind, den Rücken zuwendet. Die Waldhäupter ſind durch ein Thal von dem Kreuz⸗ berge geſchieden, führen den Namen des oberen Waldes, und leiten quer über ein Thal in den Langwald. Hanns, nachdem er von dem Beten aufgeſtanden war, wendete gar nicht den Rücken, der gegen Oberplan und ſeine Bewohner gerichtet war, ſondern ſah gegen die Waldhäupter. Er ging in der Richtung gegen ſie über den Berg hinab. Im Thale un⸗ ten beginnen dünnſtehende Föhrenſtämme, die den Namen der Schieder führen. Hanns ging zwiſchen den Stämmen und auf dem ſumpfigen Bo⸗ den, der ſich unter ihnen befindet, dahin. Er ging durch die Wieſen, die jenſeits der Schieder ſind, und klomm endlich die Höhen des oberen Wal⸗ des hinan, der dichten verworrenen Baumwuchs und in ihm das eigen⸗ thümliche Gedämmer ſchwerer Wälder hat. Er klomm zwiſchen den Stämmen immer weiter und weiter hinan. Die Kuppe des oberen Wal⸗ des iſt ein von Bäumen entblöſ ter Fels, von dem man aus das böh⸗ miſche Waldland wie ein graues Gewebe liegen, und ſeine Teiche darin wie Lichtblicke glänzen ſieht. Als Hanns dieſe Kuppe erreicht hatte, blieb


