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lichten Schein um das Haupt, es hatte den todten gekreuzigten Sohn auf dem Schoße und ſieben Schwerter in dem Herzen. Er trat auf dem Raſen zurück, fiel auf ſeine Knie und betete zu Gott. Als er eine Weile gebetet hatte, ſtand er auf, und rührte das Bild an. Er nahm es aus dem Waſſer, und ſetzte es neben dem größten der dreieckigen Steine auf den Raſen in die Sonne. Dann betete er noch einmal, blieb lange auf dem Berge, ging endlich nach Hauſe, breitete die Sache unter den Leuten aus, und blieb ſehend bis an das Ende ſeines Lebens. Noch an demſel⸗ ben Tage gingen mehrere Menſchen auf den Berg, um an dem Bilde zu beten; ſpäter kamen auch andere; und da noch mehrere Wunder ge⸗ ſchahen, beſonders an armen und gebrechlichen Leuten, ſo baute man ein Dächelchen über das Bild, daß es nicht von dem Wetter und der Sonne zu leiden hätte. Man weiß nicht, wann ſich das begeben hatte, aber es muß in ſehr alten Zeiten geweſen ſein. Eben ſo weiß man nicht, was ſpäter mit dem Bilde geſchehen ſei, und aus welcher Urſache es einmal in dem Laufe der Zeiten nach dem Marktflecken Untermoldau geliehen worden iſt: aber das iſt gewiß, daß der Hagelſchlag ſieben Jahre hintereinander die Felder von Oberplan verwüſtete. Da kam das Volk auf den Gedan⸗ ken, daß man das Bild wieder holen müſſe, und ein Mann aus dem Chriſtelhauſe, das auf der kurzen Zeile ſteht, trug es auf ſeinem Rücken von Untermoldau nach Oberplan. Der Hagelſchlag hörte auf, und man baute für das Bild eine ſehr ſchöne Kapelle aus Holz, und ſtrich dieſelbe mit rother Farbe an. Man baute die Kapelle an das Waſſer des Blin⸗ den, und ſetzte hinter ihr eine Linde. Auch fing man einen breiten Pflaſterweg mit Linden von der Kapelle bis nach Oberplan hinab zu bauen an, allein der Weg iſt in ſpäteren Zeiten nicht fertig geworden.
Nach vielen Jahren war einmal ein ſehr frommer Pfarrer in Oberplan,
und da ſich die Kreuzfahrer zu dem Bilde ſtets mehrten, ja ſogar andäch⸗ tige Schaaren über den finſtern Wald aus Baiern herüber kamen, ſo machte er den Vorſchlag, daß man ein Kirchlein bauen ſolle. Das Kirch⸗
lein wurde auf einem etwas höheren und tauglicheren Orte erbaut, und
man brachte das Bild in einer frommen Pilgerfahrt in dasſelbe hinüber,
nachdem man es vorher mit zierlichen und ſchönen Gewändern angethan
hatte. Die rothe Kapelle wurde weggeräumt, und über dem Waſſer des
Blinden, das ſich ſeither in zwei Quellen geſpalten hatte, wurden die zwei Brunnenhäuschen gebaut. Dadurch geſchah es, daß die Linde, die
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