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Stelle wählen, iſt unbekannt, nur iſt es ſeit Jahrhunderten ſo geweſen; befindet ſich etwas eigenthümliches in der Erde, oder iſt es nur die warme Lage des Bodens, der ſich gegen Mittag hinabzieht, oder iſt es die Ab⸗ härtung, welche die Pflänzchen auf dem ſteinigen Grunde erhalten: genug, die Leute ſagen, ſie gedeihen von keiner Stelle weg ſo gut auf den Feldern, wie von dieſer, und Verſuche, die man unten in Gärten ge⸗ macht hat, fielen ſchlecht aus, und die Setzlinge verkamen nachher auf den Aeckern.„
Nahe an der Milchbäuerin ſtehen zwei Häuschen auf dem Raſen. Sie ſind rund, ſchneeweiß, und haben zwei runde ſpitzige Schindeldächer. Sie haben keine Fenſter und Simſe, ſondern nur eine kleine Thür. Wenn man bei dieſer Thür hinein ſchaut, ſo ſieht man keinen Fußboden, ſondern unten, durch den Kreis der Ummauerung eingefangen, ein ruhi⸗ ges klares Waſſer, das den Sand und den Kies ſeines Grundes ſo deut⸗ lich herauf ſchimmern läßt, wie durch feines geſchliffenes Glas. Auf jedem der zwei Waſſerſpiegel ſchwimmt ein kleiner hölzerner Kübel, der einen langen Stiel hat, welcher bei der Thür heraus ragt, daß man ihn faſſen und ſich Waſſer herauf ſchöpfen kann. Zwiſchen den zwei Häus⸗ chen ſteht eine ſehr alte und ſehr große Linde. Ihr Stamm iſt ſo mäch⸗ tig, daß eine kleine Wohnung darin Platz hätte, und ihre mannsdicken Aeſte gehen weit über die zwei ſpitzigen Schindeldächer hinaus.
Wieder nicht weit von dem Häuschen, ſo daß man etwa mit zwei Steinwürfen hinreichen könnte, ſteht ein Kirchlein. Es iſt das Gnaden⸗ kirchlein der ſchmerzhaften Mutter Gottes zum guten Waſſer, weil ein Bildniß der heiligen Jungfrau mit den Schwertern des Schmerzes im Herzen auf dem Hochaltare ſteht. Zwiſchen Oberplan und dem Kirchlein iſt ein junger Weg mit jungen Bäumen an den Seiten, ſo wie von dem Kirchlein zu den Brunnenhäuschen ein breiter Sandweg mit alten ſchat⸗ tigen Linden iſt.
Außer den drei Dingen, der Milchbäuerin, den Brunnenhäuschen und dem Kirchlein, iſt noch ein viertes, das die Aufmerkſamkeit auf ſich zieht. Es iſt ein alter Weg, der ein wenig unterhalb des Kirchleins ein Stück durch den Raſen dahin geht, und dann aufhört, ohne zu etwas zu führen. Er iſt von alten gehauenen Steinen gebaut, und an ſeinen Seiten ſtehen alte Linden; aber die Steine ſind ſchon eingeſunken und an manchen Stellen in Unordnung gerathen; die Bäume jedoch, obwohl


