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Ich ging auf meine Zimmer, und dachte über dieſe Begebenheit nach.
In einer Weile kam Alfred herauf. Er war ſehr freundlich, er war ſehr ruhig, aber auch ſehr ernſt. Er ſagte, nachdem er ſich zu mir geſetzt hatte:„Sie werden wohl ſchon Alles wiſſen. Ich habe zuerſt um die Einwilligung der Eltern nachgeſucht, und hätte dann das Mädchen um ihr Jawort gebeten. Bei dieſer Familie wäre es unwürdig geweſen, hinter dem Rücken zu werben. Ich war Anfangs der Meinung, man ſolle es Maria nicht gleich ſagen, ſondern ſie darauf vorbereiten; aber die Mutter machte dagegen gelten, daß man keine Zeit vor ihr ein Ge⸗ heimniß haben könne, da von ihr allein die Entſcheidung abhänge, und die Sache ihr Eigenthum ſei. Das ſah ich ein und willigte in alſogleiche Kundgebung. Die Würfel ſind gegen meine Wünſche gefallen. Aber wie es auch ſei, ich werde dieſe Familie immer lieben und ehren. Es iſt Alles in größter Freundſchaft und Ordnung vorgefallen, und das Haus, das mir ſo lieb und theuer geworden iſt, wird auch in Zukunft meine Freude und meine Erholung ſein.“
Nach dieſen Worten redete er von meiner Reiſe, fragte, wohin ſie jetzt unmittelbar gerichtet ſei, was ich dann vorhabe, wie lange ſie dauern werde, und ob ich dann zu Hauſe zu bleiben geſonnen ſei. Er bat mich auch, ihn vor meiner Abreiſe noch einmal zu beſuchen, und ihm vielleicht auch von irgend woher einen Brief zu ſenden. Ich verſprach Beides.
Alfred blieb bei dem Mittagseſſen. Die Geſpräche waren herzlich und gut, ja es ſchien mir, als ſei man noch zarter und gemüthsreicher als ſonſt.
Eine Zeit nach dem Eſſen nahm Alfred Abſchied. Er war zu Fuße herauf gekommen, und wollte auch zu Fuße wieder hinab gehen. Als man ſich unter dem großen Thore trennte, ſagte er:„Wenn ich wieder komme, werde ich die Aurikelſamen und einen Theil der neuen Zwiebel mitbringen.“
Als ich am Nachmittage durch das Kaſtanienwäldchen ging, und gegen ein Gebüſch bog, das ziemlich dicht war, ſah ich Maria vor dem⸗ ſelben ſtehen und in die Zweige hinein ſchauen. Sie hatte die Hände in einander geſchlagen und hielt ſie geſenkt ſo vor ſich hin. Das Gebüſch beſtand aus wilden Roſen und Flieder, es war ziemlich weit von dem Hauſe entfernt, hatte für den Gartengebrauch keinen Werth, und war von uns ſonſt nicht beachtet und beſucht worden.


