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Haupt, den Gang und die Haltung ſeines Vaters. Er wird ſchon gut werden, und meine Thränen, mein Kind, ſind Freudenthränen.“
„Ach die meinen nicht, die meinen nicht,“ ſagte Hanna, indem ſie ihr Tuch neuerdings vor die unerſättlich ſchmerzlichen Augen hielt.
Victor war unterdeſſen durch das Pförtchen hinaus gegangen. Er ging an dem großen Fliederbuſch vorbei, er ging über die beiden Stege, an den vielen durch ſo lange Jahre bekannten Obſtbäumen vorüber, und ſtieg gegen die Wieſen und gegen die Felder hinan. Auf dieſer Höhe blieb er ein wenig ſtehen, und da er unter den ſchwachen undeutlichen Tönen des Dorfes auch das wüthende Heulen des Spitzes vernahm, den man hatte fangen und anbinden miſſſen, damit er nicht mit gehe: ſo brachen auf einmal die ſiedenden Thränen hervor, und er rief faſt laut in die Lüfte:„Wo werde ich denn wieder eine ſolche Mutter finden und ſolche Geſchöpfe, die mich ſo lieben?—— Vorgeſtern eilte ich ſo ſehr aus der Stadt heraus, um noch einige Stunden in dem Thale zuzubrin⸗ gen, und heute gehe ich fort, um alle, alle Zeit anders wo zu ſein.“
Da er endlich an eine Stelle gekommen war, die nicht mehr weit von der höchſten Schneide des Berges entfernt war, ſchaute er noch ein⸗ mal, das letztemal, zurück. Das Haus konnte er noch erkennen, eben ſo den Garten und die Planke. Im Grünen ſah er etwas, das ſo roth war, wie Hanna's Tuch. Aber es war nur das Dächelchen eines Schorn⸗ ſteins.
Dann ging er noch die Strecke bis zu der Bergſchneide empor— er blickte doch wieder um— ein glänzend ſchöner Tag lag über dem ganzen Thale.—— Hierauf ging er die wenigen Schritte um die Kuppe herum, und alles war hinter ihm verſchwunden, und ein neues Thal und eine neue Luft war vor ſeinen Augen. Die Sonne war indeſſen ſchon ziem⸗ lich weit herauf gekommen, trocknete die Gräſer und ſeine Thränen, und ſenkte ihre wärmeren Strahlen auf die Länder. Er ging ſchief an dem Berghange fort, und da er nach einer Weile ſeine Uhr hervorgezogen hatte, zeigte ſie halb acht.
„Jetzt wird das Bettgeſtelle ſchon leer da ſtehen,“ dachte er,„das letzte Geräthe, das mir blieb. Die Linnen werden heraus genommen ſein, und das ungaftliche Holz wird hervor blicken. Oder vielleicht ar⸗ beiten die Mägde ſchon in meinem Gemache, um ihm eine ganz andere Geſtalt zu geben.“


