Teil eines Werkes 
3. Band (1855)
Entstehung
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chen Schatten, die die herumſtehenden Dinge warfen, machten das Zim⸗ mer unwirthlich. Er ging an ein Fenſter, und ſah hinaus. Der Hol⸗ lunderſtrauch war ein ſchwarzer Klumpen geworden, und das Waſſer war gar nicht mehr ſichtbar: eine lichtloſe Tafel war an der Stelle, wo es fließen ſollte nur ein von Zeit zu Zeit aufzuckender Funke zeigte, daß es da war und ſich bewege. Als alle Stimmen des Hauſes und des Dorfes verſtummt waren, zeigte auch ein leiſes, leiſes Rieſeln, das bei dem offenen Fenſter hereinkam, von dem Freunde, der ſo viele Jahre an dem Lager des Jünglings vorbei geronnen war. Viele tauſend Sterne brannten an dem Himmel, aber es erglomm nicht ein einziger, nicht der ſchmalſte Sichelſtreifen des Mondes.

Victor legte ſich endlich auf das Bett, um die letzte Nacht hier zu ver⸗ ſchlafen, und den Morgen zu erwarten, der ihn vielleicht auf immer fort⸗ führen ſollte, wo er, ſeit er denken konnte, ſein Leben zugebracht hatte.

Dieſer Morgen kam ſehr bald! Als Victor noch kaum geglaubt hatte, die erſten erquickenden Athemzüge des Schlafes gethan zu haben, klopfte es leiſe an ſeine Thüre, und die Stimme der Mutter, die keinen Knecht zum Aufwecken bedurft hatte, ließ ſich vernehmen:Vier Uhr iſt es, Victor, kleide Dich an, vergiß nichts, und komme dann hinunter. Hörſt Du es?

Ich höre es, Mutter.

Sie ging wieder die Treppe hinab; er aber ſprang von ſeinem Lager empor. In der doppelten Beklemmung, der des Schmerzes und der der Reiſeerwartung kleidete er ſich an, und ging in das Speiſezimmer hinun⸗ ter. Im Morgengrauen ſtand ſchon ein Frühmahl auf dem Tiſche man hatte nie ein ſo frühes verzehrt. Schweigend man davon. Die Mutter ſah faſt unverwandt Victor an; Hanna getraute ſich nicht ihre Augen auf irgend etwas empor zu heben. Victor hörte bald zu eſſen auf. Er erhob ſich von ſeinem Stuhle, und nahm ſich zuſammen. Er ging ein paar Male in dem Zimmer herum, und dann ſagte er:Mut⸗ ter, es wird gerade Zeit ſein; ich gehe.

Er nahm das Ränzchen über die Schultern, und zog die Riemen feſt, daß es gut ſaß. Dann nahm er den Hut, griff an die Bruſt, ob er die Brieftaſche habe, und unterſuchte, ob er überhaupt nichts vergeſſe. Da dieſes vorüber war, ging er gegen die Mutter, die mit Hanna auf⸗ geſtanden war, und ſagte:Ich danke Euch für alles, liebe Mutter

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