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denn ſie war ſchon längſt geſtorben. Von Seite der Braut waren Vater und Mutter, dann die Schweſtern, der Oheim und mehrere nahe Ver⸗ wandte zugegen. Murai, ſo wie Brigitta's Vater, hatte gewollt, daß der Tag öffentlich und mit großem Glanze gefeiert werde, und ſo war er auch vorüber gegangen.
Als ſich endlich die letzten Gäſte entfernt hatten, führte Murai ſeine Gattin durch eine Reihe beleuchteter Zimmer, da ſie ſich bisher immer mit einem hatte begnügen müſſen, bis in das Wohngemach zurück. Dort ſaßen ſie noch, und er ſagte die Worte:„Wie gut und herrlich iſt alles abgegangen, und wie ſchön hat es ſich erfüllt. Brigitta! Ich habe Dich erkannt. Da ich Dich das erſte Mal ſah, wußte ich ſchon, daß mir dieſes Weib nicht gleichgültig bleiben werde; aber ich erkannte noch nicht, werde
ich Dich unendlich lieben oder unendlich haſſen müſſen. Wie glücktich iſt es gekommen, daß es die Liebe ward!“
Brigitta ſagte nichts, ſie hielt ihn an der Hand, und ließ die glän⸗ zenden Augen in ſanfter Ruhe durch das Zimmer blicken.
Dann befahlen ſie, daß die Reſte des Feſtes weggeräumt würden, daß die Menge der überflüſſigen Lichter ausgethan, und die Feſtgemächer eine gewöhnliche Wohnung würden. Dies geſchah; die Diener begaben ſich in ihre Zimmer, und auf die neue Wohnung und auf die neue Fa⸗ milie, die aus zweien beſtand, und erſt einige Stunden alt war, ſenkte ſich die erſte Nacht hernieder.
Von nun an lebten ſie in ihrer Wohnung fort. So wie ſie, da ſie ſich kennen gelernt hatten, nur in Geſellſchaften zuſammen getroffen wa⸗ ren, und ſo wie ſie im Brautſtande nur immer öffentlich erſchienen waren, ſo blieben ſie nun immer zu Hauſe. Sie dachten nicht, daß etwas Aeußerliches zu ihrem Glücke erforderlich ſei. Obgleich die Woh⸗ nung im Allgemeinen mit allem verſehen war, was ihr nur immer noth that, ſo blieb doch im Einzelnen noch ſo vieles zu verbeſſern und zu ver⸗ ſchönern übrig. Sie klügelten dieſes heraus, ſie überlegten, was man dort und da noch anbringen könnte, gingen einander mit Rath und That an die Hand, daß ſich der Raum immer mehr und mehr und reiner ord⸗ nete, und die Eintretenden mit klarer Wohnlichkeit und einfacher Schön⸗ heit empfing.
Ueber Jahresfriſt gebar ſie ihm einen Sohn, und dieſes neue Wun⸗ der hielt ſie wieder und noch mehr zu Hauſe. Brigitta pflegte ihr Kind,


