Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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Hammer und Richtſcheite ſteht häufig erſt an dem Rande, und mag in vielen Fällen noch gar nicht einmal Hand angelegt haben.

Zu dieſen Bemerkungen bin ich durch eine Begebenheit veranlaßt worden, die ich einmal in ſehr jungen Jahren auf dem Gute eines alten Majors erlebte, da ich noch eine ſehr große Wanderluſt hatte, die mich bald hier bald dort ein Stück in die Welt hinein trieb, weil ich noch weiß Gott was zu erleben und zu erforſchen verhoffte.

Ich hatte den Major auf einer Reiſe kennen gelernt, und ſchon da⸗ mals lud er mich wiederholt ein, ihn einmal in ſeiner Heimat zu beſuchen. Allein ich hielt dies für eine bloße Redeformel und Artigkeit, wie Rei⸗ ſende wohl oft zu wechſeln pflegen, und hätte der Sache wahrſcheinlich keine weitere Folge gegeben, wenn nicht im zweiten Jahre unſerer Tren⸗ nung ein Brief von ihm gekommen wäre, in welchem er ſich angelegent⸗ lich um mein Befinden erkundigte, und zuletzt wieder die alte Bitte hinzu fügte, doch einmal zu ihm zu kommen, und einen Sommer, ein Jahr, oder fünf oder zehn Jahre bei ihm zuzubringen, wie es mir gefällig wäre; denn er ſei jetzt endlich geſonnen, auf einem einzigen winzigen Punkte dieſer Erdkugel kleben zu bleiben, und kein anderes Stäubchen mehr auf ſeinen Fuß gelangen zu laſſen, als das der Heimat, in welcher er nunmehr ein Ziel gefunden habe, das er ſonſt vergeblich auf der gan⸗ zen Welt geſucht hatte.

Da es nun eben Frühling war, da ich neugierig war, ſein Ziel ken⸗ nen zu lernen, da ich eben nicht wußte, wo ich hin reiſen ſollte, beſchloß ich, ſeiner Bitte nachzugeben und ſeiner Einladung zu folgen.

Er hatte ſein Gut im öſtlichen Ungarn— zwei Tage ſchlug ich mich mit Plänen herum, wie ich die Reiſe am geſchickteſten machen ſ ollte, am vritten Tage ſaß ich im Poſtwagen, und rollte nach Oſten, während ich mich, da ich das Land nie geſehen hatte, bereits mit Bildern von Haiden und Wäldern trug— und am achten wandelte ich bereits auf einer Pußta, ſo prachtvoll und öde, als ſie nur immer Ungarn aufzuweiſen haben mag.

Anfangs war meine ganze Seele von der Größe des Bildes gefaßt: wie die endloſe Luft um mich ſchmeichelte, wie die Steppe duftete, und ein Glanz der Einſamkeit überall und allüberall hinaus webte:— aber wie das morgen wieder ſo wurde, übermorgen wieder— immer gar nichts, als der feine Ring, in dem ſich Himmel und Erde küßten, ge⸗