Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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einen Stuhl geworfen hatte. Am andern Tage lechzte ich darnach, daß es Abend würde. Als man die Kerzen anzündete, ging ich ſchon in dem Saale auf und nieder, und es trat ein fremder Herr zu mir, und ſagte, daß er auf mich wetten werde. Ich verſtand dies damals nicht, und ließ 1 alles geſchehen. Wieder gewann ich an dem Tage, wie vorher, und am andern Tage wieder. Ich lernte bald das Spiel verſtehen, und verſuchte nach und nach, es zu leiten und zu beherrſchen. Mehrere Männer ſchloſ⸗ ſen ſich an mich an, und ſuchten das Glück in ihren Kreis zu bannen. Ich gewann, verlor unbedeutend, und mein Wohlſtand begann ſich zu heben. Ich ging nun in ſchönen Kleidern und Federhut durch die Stra⸗ ßen, das ſchönſte Pferd in Paris war mein, und drei faſt gleich ſchöne ſtanden noch in dem Stalle. Der Mantel war wie der eines Herzoges, und der kleine Degen hatte Diamanten im Knopfe. Damals hätte ich auch falſch geſpielt, wenn ich verſtanden hätte, es zu machen. Meine Freunde und Spielgeſellen führten mich zu den Leuten, die in den großen Palläſten wohnten, welche ich ſonſt nur von Außen hatte anſehen dür⸗ fen, man ſagte mir ſchöne Dinge; die Mädchen wollten mir wohl; ich liebte die Pracht und lernte die dortige Art und Sitte. Wenn Männer beiſammen waren, ſuchte ich Händel zu erregen, und ermuthete mich dann im Zweikampfe; denn außer bei den Karten brachte ich die meiſten Stunden auf dem Fechtboden zu.— So war es mit meinem Spiele.— — Da ſagte einmal ein langer blaſſer Mann, den ich immer geſcheut, und daß ich aufrichtig bekenne, den ich gefürchtet hatte, daß ich doch nur ein Lumpe ſei, der vom Pariſer Strolchengolde lebe. Er hatte die Worte zu mir ſelber geſagt; ich antwortete ihm nichts darauf, aber ging nach zwei Tagen zu dem Herrn Armand Pelton, dem derzeitigen Vorſteher des Armenweſens, und übergab ihm an Gold und Schmuck und Kleidern, wie auch an Pferden und Reitgeräthen Alles, was ich hatte. Nur hun⸗ dert Ludwigsſtücke hielt ich zurück und einen grauen ſchlechten Klepper, den ich mir am Tage vorher gekauft hatte. Seht Doctor, ich habe noch die Scheine von jener Begebenheit, und werde Euch dieſelben zeigen.“ Als der Obriſt dieſe Worte geſagt hatte, ſtand er auf und ſuchte in den Laden ſeines Schreines. Er ſammelte auf demſelben mehrere Schrif⸗ ten, trat wieder zu mir und breitete ſie auf dem Tiſche aus. Es waren richtig lauter Empfangsbriefe über verſchiedene Summen und Stücke, welche der Graf Caſimir Uhldom, Spieles wegen, der Armenſache über⸗