Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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„Das iſt unrecht,“ antwortete er,„und es wird ſich ändern. Thut ihnen Gutes, ſeid ein rechter Arzt, und Ihr werdet wieder ihres Glei⸗ chen. Auch wiſſen ſie ja nichts.“

„Aber ich weiß es.“

„Ihr werdet es vergeſſen.“

„Und mit einer ſolchen Schwermuth fahre ich an den Fichten und Tannen vorüber, daß an meinen Augen ſtets das Weinen iſt. Ich bin gleich recht gerne zu meinen Kranken gegangen, auch zu denen, die ſchon beſſer ſind,— auch zu dem alten Keum bin ich gegangen, der ſterben muß, weil er das Zehrfieber hat, und habe ihn ein wenig getröſtet.“

„Das iſt immer ſo,“ antwortete der Obriſt,„daß aus dem harten Steine Zorn der weiche Funken Wehmuth kömmt. So fängt Gott die Heilung an.“

„Schont mich vor der Welt, Obriſt.“

„Redet nicht ſp. Nur der Herr im Himmel und ich haben es geſe⸗ hen, und beide ſchweigen. Laſſet nun die Zeit fließen und es werden Hül⸗ len nach Hüllen darauf kommen. Die Seele hat einen Schreck erhalten, und wird ſich ermannen. Es iſt nun alles gut, laſſen wir es gehen, und reden von andern Dingen.— Sagt mir, Doctor, habt Ihr denn den Thomas abgedankt, daß geſtern ein anderer Knecht zu mir gekom⸗ men iſt?“

„Nein, aber er iſt jetzt bloß bei den Pferden. Den andern habe ich zu den Geſchäften im Hauſe und zum Botengehen genommen. Er iſt der Sohn des Inbuchsbauer.“

„Ich kenne ihn, er hat die Füllen des Gregordubs gehütet. Ihr müſſet ja jetzt viele Leute in Eurem Hauſe haben?“

„Nur noch zwei Mägde.“

„So habt Ihr das Bauen einſtweils eingeſtellt?“

„Nein, ich habe es für das heurige Frühjahr nur noch nicht begon⸗ nen. Wir waren erſt ein wenig an dem großen Brunnen, aber ſeit der Bernſteiner im Steinbühel den Keller gräbt, habe ich ihm alle meine Leute hinüber gehen laſſen. Er will bis zu dem Schützenfeſte fertig ſein.“

„Ich war ſchon lange nicht in Pirling, und wußte nicht, daß er graben läßt. In Steinbühel muß er wohl ſtark in die Felſen ſprengen.“