Teil eines Werkes 
2. Band (1855)
Entstehung
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Stäblein klopfte das mißachtete Thier an mein Herz, als ſagte es mir deutliche menſchliche Worte. Beinahe hätte ich mich gefürchtet.

Und wie ich dann von der Stätte fortging, klang auch das Abend⸗ lied der Ammer, es klang ſo dünne und dicht neben mir, als flöge das Vöglein heimlich mit, und zöge ein zitternd Goldfädlein von Zweig zu Zweig.— Und wie ich weiter gegen die Felder hinauskam, lichtete und lohete der Wald immer mehr und mehr— die Augen des Himmels ſahen herein, und die dünnen Stämme waren wie feurige Stäbe. Und wie ich nun gänzlich hinauskam, lag die ruhige Saat des Kornes da, welches der Obriſt angeſchaut hatte— weithin lag ſie dunkelgrün und kühl da, nur die Spitzen waren ganz ein wenig roth geſtreift von dem Widerſcheine des Himmels. Die Wieſen drüben waren ſchon dunkel und wie mit grauem Reife bedeckt, und hinter dem Walde draußen war die Sonne untergegangen.

Als ich zu Thal gekommen und an mein Haus getreten war, führte der Knecht meine zwei ſchwarzen Pferde aus der Schwemme heim, und grüßte mich; ich aber ging in die Stube, wo die Bücher ſind, und aß des Abends keinen Biſſen mehr.

Des andern Tages war ein Sonntag, es war der vorgeſtrige Tag, und ich fuhr um fünf Uhr früh zu dem Erlebauer hinaus, weil es ſich am Tage zuvor mit ihm ſo verſchlimmert hatte; aber er war beſſer, und ich ließ ihm wieder von dem Tranke zurück. Die Inwohnerin des alten Klum war beſſer, ebenſo die junge Mechtild mit dem Gallenfieber. Um neun Uhr war ich ſchon bei Allen geweſen, und ging dann in die Kirche zu dem ſonntäglichen Gottesdienſte. Nachmittag weinte ich ſehr.

Da ſendete ich noch in der Nacht zu dem Obriſt, und ließ ihm melden, daß ich morgen kommen würde, wenn es ihm genehm wäre. Ich wolle zu⸗ erſt die Kranken verſorgen, und dann würde ich hinauf gehen, wenn er zu Hauſe ſei, das iſt gegen zehn Uhr, oder um weniges ſpäter. Er ſolle mir zurückſagen laſſen, wenn er da nicht könne und es anders wolle. Aber der Obriſt vermeldete mir durch meinen Knecht, daß er mit vieler Freude auf mich warten werde, und daß ich keinen Kranken übereilen ſolle. Er werde den ganzen Tag in ſeinem Hauſe oder in ſeinem Garten herum ſein, daß ich ihn leicht finde.

Dann legte ich mich nieder und gab vorher dem Knechte noch, in Anbetracht, daß heute Sonntag war und er den Gang gethan hatte, ein