Stube mit ihnen ein, und ſtand dabei, wie der ſanfte ſchwermüthige Herbſtglanz der Sonne ſo an ihnen hin ſtreichelte und ſie beleuchtete. Allein ich mußte wieder in die Abtei, und wie die Zeit der dort feſtge⸗ ſetzten Studien vergangen war, kam ich gar in die große ferne Stadt.
Nun erſchienen harte Jahre, die Beſtrebungen des Mannes kamen, und verdeckten wie mit Rebel das fernabliegende Land der Kindheit. Viele Dinge wurden erſtrebt und gelitten, und da endlich die Zeit einge⸗ treten war, in der der Menſch die Sehnſucht hat, den ſachte vorgehenden Lebensſtrom in holden Kindern wieder aufquellen zu ſehen, mochte es ein liebes Weib mit meinem Herzen wagen, und wir traten vor den Altar der Ehe. Dieſes Ereigniß führte mich wieder in mein Kindheitsland zurück. Da nämlich Mütterlein zu Hauſe ſehr betrübt war, daß ſie we⸗ gen Kränklichkeit nicht kommen konnte, die Brautkrone flechten zu helfen, und den heiligen Kirchengang zu ſehen, beſchloſſen wir, um ihr Erſatz zu geben, die erſten Tage unſeres neuen Standes in der Heimat zuzubrin⸗ gen. Wir packten auf, Wälder, Berge gingen an uns vorüber, und eines ſchönen Sommertages kamen wir in dem längſt verlaſſenen Hauſe an.
Mütterlein war ein altes Weib geworden, die neuen ſchönen Ge⸗ räthe, die zu meiner Studienzeit gekommen waren, waren jetzt auch alt und verſchoſſen; keine Großeltern gingen mehr im Hauſe herum, aber dafür ſpielten die kleinen Kinder der Schweſter, die ſelbſt ein Kind gewe⸗ ſen, da ich fort ging, an der Stelle, wo wir einſt geſpielt hatten— nur die Liebe und Güte iſt jung geblieben. Mit dem gewohnten Sonnen⸗ ſcheine der Freundlichkeit in den verfallenen Zügen, mit den gewohnten guten Augen nahm die Mutter jetzt die junge blühende Tochter an, ver⸗ ehrte ſie und that ihr Gutes. Es kamen Tage, die einzig unvergeßlich ſind, Tage unter Menſchen desſelben Herzens, und derſelben unverfälſch⸗ ten Liebe. Ich führte meine Gattin durch alle Wälder meiner Kindheit, ich ſührte ſie an rauſchende Bäche und an ragende Klippen, aber ich führte ſie auch durch die ſchönen Wieſen, und durch die wogenden Felder. Hier ging Mütterlein mit, und zeigte der fremden Tochter, was von all den Dingen unſer ſei, und was eben darauf wachſe.
Alles war ſo herrlich und prangend, wie ſonſt, ja es war noch prachtvoller und ernſter, als ich es einſt begreifen konnte. Nur das Haus war kleiner geworden, die Fenſter niedriger und die Stuben gedrückt. Alles, was ſonſt unendlich war, die dunklen Gänge, die gähnenden Win⸗


