Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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hebung iſt falſch, wie der Stein, den ſie um ihr Bildniß gemalt haben. —— O, Vieles, Vieles iſt fürchterlich geworden, ſeid Ihr fort waret: Graf Jodok hat ſeinen Sohn Chriſtoph verflucht, und dieſer iſt nicht ge⸗ kommen, bis der Vater todt war, und dann kam er, und war wie eine ſcheue Amſel auf dem Berge, und geſellte ſich zur ſchlanken Ammer, die immer erſchrocken das Köpſchen warf.—— Aber ſie Beide waren ſo ſchön, wie gar nichts auf Erden, und lauter Friede und Heimlichkeit war auf dem Berge.—— Laßt ſie ruhen— laßt ſie ruhen!— Hier iſt das Thor; Ihr könnt ja gleich in den indiſchen Garten des böſen Jodok kom⸗ men. Sceht, der Garten iſt ſo ſchön— geht nur hinaus, geht hinaus, ich bitt' Euch.“

Und haſtig hatte er bei dieſen Worten das Thor der ganzen Breite nach aufgeriſſen. Feines liebes Grün ſah einladend herein. Er zeigte hinaus; er war ſichtlich erleichtert, als die Freunde das Gemach verlaſſen hatten. Dann mit Kraft und Schnelle jagte er die Flügel zu, drehte drei⸗ mal den Schlüſſel im großen Schloſſe um, und ſchlug noch mit der Fauſt auf das eiſerne Thor, recht freudig, daß es einmal zu ſei.— Aber auch die Männer waren erleichtert, als der düſtre, ſchwarze Bau gleichſam hin⸗ ter ihrem Rücken zurückwich, und die helle, grüne Landſchaft glänzend in der Nachmittagsſonne vor ihnen lag, und ſich die Flut des lieben ver⸗ trauten Sonnenlichtes wieder um ſie ergoß. Es war ein reicher Garten, durch den ſie gingen, voll der ſanfteſten Sträuche und Bäume nebſt Reſten verkommener, ausländiſcher Gewächſe. Mitten in dem Garten ſtand ein großer, weißer Würfel aus dem feinſten Marmor gehauen, mit der Inſchrift:„Jodokus und Chelion.“ Sie gingen vorüber, dann ge⸗ langten ſie in den griechiſchen Säulenbau des Jodok, das ſogenannte Parthenon. Die Säulen ſtanden hoch und prächtig in die Lüfte, und Gemächer und Corridore liefen; aber alle die Keuſchheit des Marmors war häßlich von Rauch und Flamme geſchwärzt und verödet— eine Schicht unreiner Ziegel lag zwiſchen den beſchmutzten Säulen, und ſchän⸗ dete die edle Leiche des Gebäudes.

Sie weilten auch hier nicht lange— und es war auch nichts zu ſehen, als die leere hohle Hülſe einſtiger Wohnlichkeit, in der nun die Trauer brütete.— Sie gingen hinter dem Gebäude durch einen weitläu⸗ ſigen Obſtgarten nach und nach um die Bergkuppe herum, und ſtiegen dann durch den erſtorbenen Fichtenhain zu dem Thurme des Sterndeuters Pro⸗