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endlich plötzlich bei Robert, der an einem Fenſter ihrer geharrt hatte. Ruprecht war jetzt wieder ohne ein einziges Wort. Er ſchritt über einen Vorſaal, ſchloß auf, und öffnete ſich anſtemmend die eingeroſteten Thür⸗ flügel zu den Gemächern. Eine Reihe von Zimmern empfing ſie mit ſchwer verblichener Pracht; alterthümliche, geſchnitzte Geräthe, wunder⸗ liche Tapeten, theils noch ganz, theils durch Moder und eigene Schwere zerriſſen, Zeltbetten, Puttiſche, Seſſelreihen, Alles von altväteriſchem Prunke, kunſtreich, und doch feſt gearbeitet,— Alles bedeckt mit Maſſen von Staub und Spinnenweben, und ein trübes Licht fiel durch die blin⸗ den Scheiben von dem einſamen, funkelnden Tage draußen herein.
Mit den ſchwermüthigen Gefühlen menſchlicher Nichtigkeit und Ver⸗ gänglichkeit wandelten die Freunde durch dieſe Stätten verſunkenen Glückes und Elendes, und Heinrich's Herz war tief und ahnungsvoll er⸗ regt. Er mußte ſich einige Male die Hand über ſeine Augen legen, um ſich zu ſagen, wo er ſei, und um den Andern ſein Inneres zu verbergen.
So hatten ſie mehrere Zimmerreihen durchwandelt, einſt zu dem ver⸗ ſchiedenſten Gebrauche beſtimmt, von der Oede des Prunkſaales an bis zur Heimlichkeit des einſtigen Schlafgemaches. Der Alte war ohne viele Theilnahme hinter ihnen gewandelt, aber da die Zimmer zu Ende waren, und ſie wieder in einen Vorſaal gelangten, bog er plötzlich um eine Ecke, riß mit ſichtlicher Haſt und Freude zwei rieſengroße Flügel auf— und ein zauberiſcher Anblick ſchlug den Freunden entgegen: es war der grüne Saal; mit dem feinſten dunkelſten Serpentine waren die Wände beklei⸗ det, rieſengroße Fenſter von unten gegen oben zum Theile mit grauer Seide gedeckt, riſſen ſich gegen den glänzenden Himmel auf, und ihr Glas war glatt und ſpiegelhaft, als hätte man es in dieſem Augenblicke geſetzt — der Grund aber war, weil es der Alte immer putzte.—— Und in der Lichtflut dieſer Fenſter ſtand, in die dunkle Ebene des Serpentins ge⸗ rahmt, eine ganze Reihe der herrlichſten Bilder: es waren ſämmtliche Scharnaſt, Männer, Frauen und Kinder, von Haupt⸗ und Seitenlinien — und wie der erſte Blick zeigte, von den beſten Meiſtern gemalt. Man ſah ſelbſt Rubens und Van⸗Dyks Pinſel, die beſten Deutſchen, und ſo⸗ gar den Spanier Murillo. Heinrich war erſtaunt, ja er war betäubt über dieſe Herrlichkeit.— Da funkelte die Sonne in wundervollem Schmelze auf jener Rüſtung, jenem Goldgehänge, jenen Vaſen und Ge⸗
ſchirren ſchwer und maſſenhaſt, als müßte ihre Wucht von dem Bilde nie⸗


