Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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ſtießen die Gläſer an, ließen ſie hoch leben und entwarfen Plane, ihnen den Eheſtand zu verſüßen.

Nach Tiſche wurde gezeichnet.

Spät erſt, als ſchon das Abendroth an allen Bergen hing, und im jungen Buchengrün von Laub zu Laub neben uns hüpfte, gingen wir ſelig durch die Loudoniſchen Anlagen nach Hadersdorf, wo wir über⸗ nachteten, weil wir am andern Tage Thiergartenportieen malen wollten, wozu uns Lothar die Erlaubniß ausgewirkt hatte. Noch beim Ein⸗ ſchlafen neckten wir uns mit den Vorzügen unſerer neuen Liebchen ein gut Stück in die Nacht hinein, und ſpintiſirten über den Engländer, der ein Anbeter zu ſein drohe.

Wir ſchliefen feſt, und zeichneten am zweiten Mai tüchtig darauf los, und rückten meilenweit in gegenſeitige Bekanntſchaft und Freund⸗ ſchaft hinein.

Ich hätte die Sache gar nicht erwähnt, und ſie gewiß heute ſchon vergeſſen, wenn ich ſie eben vergeſſen hätte. Aber in meiner närriſchen Fantaſie nimmt die Holde ordentlich eine rührende Miene an, bloß weil wir ſo lange von ihr geredet haben, weil ich ſie Dir gar beſchrieben und weil ſie luſtiger Weiſe nicht ein Sterbenswörtchen davon weiß. Aber in der That, ſo iſt unſre Einbildung, und meine erſt vollends: wenn wir einen Menſchen in nahen Verhältniſſen mit uns dichten, ſo wird er uns faſt lieb, beſonders wenn er ein ſchönes Mädchen iſt, und wir eben fünf und zwanzig Jahre alt werden. Ich gehöre da zu den Narren, die ſo ſehr aus dem Häuschen ſind, daß ſie am Ende die Sache auch gar noch glauben. Neulich z. B. geſchah es, daß ich einem armen Teufel durch mäßiges Lob zu einer Bedienſtung helfen ſollte— anfangs lobte ich auch gewiſſenhaft und empfahl ordentlich— aber endlich ging ich immer weiter, bis er ein gänzliches Genie war. Ich erſtaunte in der That, wie ich ſo viel Talent und Kraft bisher ſo wenig beachtet haben konnte. Er bekam auch den Dienſt und mich als Freund und Gönner dazu. Meiner einſtigen Geliebten wird dieſer Zug von mir zu Statten kommen,— aber da ſehe ich ſchon, daß Du verſtockt ſein wirſt, und kaum die Hälfte glaubſt, wenn ich ſie Dir vormale—— aber ſiehe, Titus, glaube was Du willſt—— was kann denn am Ende der arme Menſch von einem andern Nebenmenſchen abmalen, ſich ſelbſt vorſtellen, — lieben oder haſſen— als das Bild, das er ſich von ihm zu machen