Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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Streifen— der Abend kam endlich— ein weißlicher Rauch trank die Stadt ein— Frühlingsabenddünſte beſchmutzten das Gold des Him⸗ mels, und ein dumpfer, rother Mond kämpfte ſich langſam herauf.— Ich aber dachte und dachte—— ſo geht es immer— und ſo geht es immer.

2 Peilchen.

25. April 1834.

Heute iſt weithin heiterer Himmel mit tiefem Blau, die Sonne ſcheint durch mein geöffnetes Fenſter; das draußen ſchallende Leben dringt klarer herein, und ich höre das Rufen ſpielender Kinder. Gegen Süden ſtellen ſich kleine Wolkenballen auf, die nur der Frühling ſo ſchön färben kann; die Metalldächer der Stadt glänzen und ſchillern, der Vor⸗ ſtadtthurm wirft goldne Funken, und ein ferner Taubenflug läßt aus dem Blau zu Zeiten weiße Schwenkungen vortauchen.

Wäre ich ein Vogel, ich ſänge heute ohne Aufhören auf jedem Zweige, auf jedem Zaunpfahle, auf jeder Scholle, nur in keinem Käfig — und dennoch hat mich der Arzt in einen geſperrt, und mir Bewegung unterſagt; deßhalb ſitze ich nun da, dem Fenſter gegenüber, und ſehe in den Lenz hinaus, von dem ein Stück gütig zu mir hereinkommt. Auf dem Fenſtergeſimſe ſtehen Töpfe mit Levkojenpflänzchen, die ſich ver⸗ gnüglich ſonnen und ordentlich jede Sekunde grüner werden; einige Zweige aus des Nachbars Garten ragen um die Ecke, und zeigen mir, wie frohe Kinder, ihre kleinen, lichtgrünen, unſchuldigen Blättchen.

Zwei alte Wünſche meines Herzens ſtehen auf. Ich möchte eine Wohnung von zwei großen Zimmern haben, mit wohlgebohnten Fuß⸗ böden, auf dem kein Stäubchen liegt; ſanft grüne oder perlgraue Wände, daran neue Geräthe, edel, maſſiv, antik einfach, ſcharfkantig und glän⸗ zend; ſeidne, graue Fenſtervorhänge, wie matt geſchliffenes Glas, in