Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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lange Wolkenbänder zwiſchen ſich ließen, war mir's, als ſchwebe lang⸗ ſam eine dunkle Scheibe ich griff raſch um das Fernrohr, und ſchwang es gegen jene Stelle des Firmaments Sterne, Wolken, Himmelsglanz flatterten durch das Objectiv ich achtete ihrer nicht, ſondern ſuchte angſtvoll mit dem Glaſe, bis ich plötzlich eine große ſchwarze Kugel er⸗ faßte und feſthielt.

Alſo iſt es richtig, eine Vorausſage trifft ein: gegen den zarten weißen Frühhimmel, ſo ſchwach roth erſt, wie eine Pfirſichblüthe, zeich⸗ nete ſich eine bedeutend große dunkle Kugel, unmerklich emporſchwebend und unter ihr an unſichtbaren Fäden hängend, im Glaſe des Rohres zitternd und ſchwankend, klein wie ein Gedankenſtrich am Himmel das Schiffchen, ein gebogenes Kartenblatt, das drei Menſchenleben trägt, und ſie noch vor dem Frührothe herabſchütteln kann, ſo naturge⸗ mäß, wie aus der Wolke daneben ein Morgentropfen fällt.

Cornelia, armes verblendetes Kind! möge dich Gott retten und ſchirmen!

Ich mußte das Rohr weglegen; denn es wurde mir immer graui⸗ ger, daß ich durchaus die Stricke nicht ſehen konnte, mit denen das Schiff am Ballon hing.

Iſt nun auch die zweite Thatſache ſo gewiß, wie die erſte; dann lebe wohl, du mein Herz, dann kannteſt du und liebteſt du das ſchönſte, großherzigſte, leichtfinnigſte Weib!!

Ich mußte doch das Rohr wieder nehmen; aber der Ballon war nicht mehr ſichtbar, wahrſcheinlich hatte ihn das obere jener Wolkenbän⸗ der aufgenommen, gegen deſſen Grund ſeine Zeichnung verſchwand. Ich wartete und ſuchte dann noch lange am Himmel, fand aber nichts mehr.

Mit ſeltſamen Gefühlen des Unwillens und der Angſt legte ich das Fernrohr weg und ſtarrte in die Lüfte, bis endlich eine andere, aber glühende Kugel emporſtieg, und ihr ſtrahlendes Licht über die große hei⸗ tere Stadt ausgoß, und auf meine Fenſter, und auf einen ungeheuren, klaren, heitern, leeren Himmel.