Teil eines Werkes 
1. Band (1855)
Entstehung
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4. Ein Rachtſtück.

Un zwei Uhr einer ſchönen Junimondnacht ging ein Kater längs des Dachfirſtes und ſchaute in den Mond. Das eine ſeiner Augen, von dem Strahle des Nachtgeſtirnes ſchräg getroffen, erglänzte, wie ein grü⸗ ner Irrwiſch, das andere war ſchwarz, wie Küchenpech, und ſo glotzte er zuletzt, am Ende der Dachkante ankommend, bei einem Fenſter hinein und ich heraus. Die großen freundlichen Räder ſeiner Augen auf mich heftend, ſchien er befremdlich fragen zu wollen:Was iſt denn das, du lieber alter Spiel⸗ und Stubengenoſſe, daß du heute in die ſpäte Nacht dein Geſicht zum Fenſter hinaushältſt, das ſonſt immer roth und geſund auf dem weißen Kiſſen lag und ruhig ſchlummerte, wenn ich bei meinen Rachtgängen gelegentlich vorbeikam und hineinſchaute?

Ei, Trauter, erwiederte ich ihm auf die ſtumme Frage,die Zei⸗ ten haben ſich nun einmal ſehr geändert, das ſiehſt du; die weißen Kiſſen liegen unzerknittert dort auf dem Bettgeſtelle, und der Vollmond malt die lieblich flirrenden Fenſterſcheiben darauf, ſtatt daß er in mein ſchlummerndes Angeſicht ſchiene, welches Geſicht ich dafür da am Simſe in die Racht hinaushalten muß, um damit ſchon durch drei Viertheile derſelben auf den Himmel zu ſchauen; denn an demſelben wird heute das ſeltenſte und tollſte Geſtirn emporſteigen, was er je geſehen. Es wird zwar nicht leuchten, aber wenn nach Verdienſt gerichtet würde, ſo iſt etwas in ihm, das ſtrahlenreicher iſt, als der Mond und alle Sterne zuſammengerechnet, deine glänzenden Augen nicht ausgenommen, Ver⸗ ehrteſter.

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