Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1826)
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ſuchte nur ein Wolkchen am Horizonte zu entdecken, das ich als moͤgliche Urſache ih⸗ res Leidens annehmen koͤnne, vergebens; alles war glaͤnzend, klar und ſonnenhell. Ich ſtrengte meinen Verſtand bis zur Ermu⸗ dung, zu Bemerkungen an, und meine 1 Phantaſie zu Hypotheſen; manchmal war ich beinahe Willens, die Sache mit Char⸗ lotten zu beſprechen, doch Stolz und Zartgefuhl hielten mich davon zuruͤck, viel⸗ leicht auch die geheime Furcht, mich zu uͤberzeugen, daß dieſer ſtille Kummer von uͤbler Vorbedeutung fuͤr mich ſey.

Der Zufall ließ mich endlich entdecken, was ich vergebens abſichtlich zu erfahren geſucht hatte, denn wie wenig haͤngen die äußern Bedingungen unſeres Lebens von uns ſelbſt ab.

Ende des erſten Bändchens.