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Vikari weggekommen mit ſeinem Gregori, ganz ſtill und un⸗ verſehens und wie die Häuſerin ſagt, voller Reu und Leid, daß er ſich damals in der Stadt hat ſo anlernen laſſen und drittens bemerk ich deßwegen eine große Freude im ganzen Dorf, weil uns ein ſichtbares Heil widerfahren iſt, denn er hat recht viel Feindſeligkeit und Hetzerei mit ſich fortgenommen. Und überhaupt, ſagt der untere Wirth, der ſeither öfter in die Stadt fährt, es geht jetzt ein anderer Wind und die geiſtlichen Herrn auf der ganzen Straß, nämlich die hoffärtigen, ſind viel handſamer worden und recht einlenkig— wenn ſie es nur auch bleiben. Und es ſollen jetzt bald allerhand neue Sachen herauskommen, eine beſſere Gerechtigkeit, und viel aufrichtiger ſoll Alles zugehen, der Unterthan ſoll wieder ſeine Ehr kriegen und ſeinen Reſpekt und allerhand Laſten ſollen weggenommen und die gemeinen Leute nicht mehr ſo gehudelt werden. Das iſt ſo was für den Bruder; wenn der hört, daß es beſſer wird, ſo iſt er voller Freuden und meint, wenn ſich die Bauern nur einmal ein biſſel auskennen thäten, daß ſie ſelber etwas nach⸗ helfen könnten. Und von Amerika iſt gar keine Rede mehr. Jetzt heißts da bleiben, ſagt der Bruder, und wenn nicht Alles erlogen iſt, ſo wird's bei uns im lieben Vaterland ſchon noch recht werden. Und die Burgel iſt auch ganz zufrieden, weil Alles wieder ſo friedfertig iſt. Der Vorſteher und die andern grüßen ſie jetzt ſo freundlich, als wenn ſie die Fürnehmſte wäre im ganzen Dorf. Ferner iſt ſeit der letzten Woche auch die Botſchaft gekommen, daß der Pfarrer von Erlbach herunter will und unſer Seelſorger werden, weil ihm bei ſeinen hohen


