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Miſſethätern und haſt uns ganz untertaucht in Schand und Spott und jetzt ſollen wir ſtill ſeyn dazu, als wenn uns recht geſchehen wäre? Nein, ich habe in der ganzen Geſchichte bis jetzt nichts als geweint, jetzt will ich einmal etwas Anderes thun.“
Und mit dieſen Worten nimmt ſie den Brief vom Land⸗ gericht und einen Hammer aus dem Gartenhaus und einen Nagel und geht davon und ſchaut nimmer um, dieweil ſich der Vikar ganz betrübt hinausſchleicht und die alte Trompete im Garten liegen läßt. Die Burgel aber geht über die Gaſſe an die Kirchenthür und nagelt da ganz keck den Brief an, daß die Schläg durchs ganze Dorf hallen und die Bauern, die aus der Veſper kommen, und die Bauernweiber, die leſens alle und der Schullehrer verdeutſchts. Die Bauernleute haben wirklich die größte Freude gehabt, daß es der Maler gewonnen hat und die Burſchen haben ausgemacht, daß Niemand Hand anlegen ſoll an den Brief, bis ihn der Wind ſelber herunter⸗ reißt. Und der Bruder war ganz zufrieden mit dem Ausgang und ſagt:„Das Madel iſt halt gut geſchaffen und weiß ſich redlich zu helfen,“ und da hat er Recht.
Das iſt die Geſchichte, lieber Lorenz, von der alten Trompete in Es— und an dieſer Geſchichte ſchreibe ich Dir jetzt ſchon den fünften Sonntag, weil ich in der Woche nicht Zeit habe. Aber ſeit den fünf Wochen kann ich Dir gar nicht ſagen, was ſich da Alles verändert hat— erſtens die alte
Trompete in Es liegt jetzt in dem tiefen Dümpel an der Mühl,
wo ſie die Burgel hingeworfen hat und zweitens iſt der


