—6 226 2
falſch und wer weiß, ob Du ihn recht verſtanden haſt und wenn auch von Arreſt keine Rede mehr iſt, ſo bekommſt viel⸗ leicht Ruthenhieb dafür. Da hat die Burgel wieder einen tiefen Schmerzen gehabt, als wenn ſie das nicht überleben könnte und ſich was anthun müßte. Nun tröſtet ſie der Bruder wieder und ſagt, da wär's noch allemal Zeit dazu, aber jetzt einmal ſoll ſie hinauf nach Lindenberg, daß ſie nichts mehr von der Geſchichte hören muß, und daß die Grünauer Leut ihr nicht mehr im Weg umgehen, bis das Ende vom Landgericht kommt, und ich ſollte auch mit. Das wär mir freilich recht geweſen, aber die Leute hätten meinen können, ich thäte es des Faullenzens wegen und das hätte mich nur verdroſſen.
So ſind denn alſo Beide miteinander fort und ich habe ſie noch bis halbwegs begleitet und hab herzlich Abſchied ge⸗ nommen und am andern Morgen in aller Früh hab' ich mein Zeug zuſammengepackt und bin zum Schlickertoni nach Feld⸗ wies, weil der mir geſagt hatte, ich ſoll ihn abporträtiren, wenn ich einmal Zeit hätte. Nachher ſind aus dem einzigen Schlickertoni drei Bauern und zwei Bäurinnen worden und ich hab' vierzehn Tage zu thun gehabt, bis die Bilder alle fertig waren.
Und ſo iſt die Woche ruhig herumgegangen und am Samſtag bin ich von Feldwies nach Grünau, ganz ſpät, und über Nacht geblieben und am andern Tag in aller Früh bin ich hinauf zum Hof. Der Bruder und die Burgel ſind mir auch entgegen gegangen und haben die größte Freud gehabt,
——


