Ihr wißt's ja faſt ſchon beſſer als ich,“ ſagte dann der Vetter aufmunternd und begann allenfalls ihr den Zuſammenhang dieſer verſchiedenen Disciplinen, ſo weit er ihm geläufig war, auseinander zu ſetzen oder ihr zu erklären, was die Gerichts⸗ ordnung und die Novellen an dem gemeinen Civilprozeſſe ge⸗ ändert haben.
Indeſſen war die Unterhaltung nicht gerade alle Tage juridiſchen Inhalts, ſondern mitunter beherrſchte auch die Baſe das Geſpräch und brachte es auf Gegenſtände, die ihr näher
lagen. Die Frauen ſprechen am liebſten von dem, was ſie
am innigſten berührt, von Liebe und Hochzeiten, und auch die Baſe verirrte ſich am allererſten in dieſe freundlichen Gefilde jugendlicher Wonnen. Leider war aber Vetter Baptiſt ſchwer bei ſolchen Dingen feſtzuhalten. Er hielt nämlich nicht viel auf das andere Geſchlecht, nicht etwa wegen unangenehmer Erfahrungen, die er dabei erlebt, ſondern wohl nur weil er es nicht kannte, und jetzt auch keine Zeit mehr hatte, es kennen zu lernen. Wenn das überhaupt ein Umſtand war, der ſeiner ſtändigen Seelenruhe nur förderlich ſeyn konnte, ſo darf man denen, die ihn etwa gern anders gewünſcht hätten, auch nicht verhehlen, daß gerade an dieſem Gerichtsſitze ſich keineswegs die beſte Gelegenheit bot, weibliches Weſen von der günſtigſten Seite zu beſchauen; denn die Frauen ſtanden einander daſelbſt in zwei großen feindlichen Heerlagern gegenüber, die ſich Jahr aus Jahr ein mit Wortpfeilſpitzen bekriegten, welche vergiftet waren. Etliche Jahre vorher hatte man nämlich der Frau Revierförſterin, einer jungen Dame, damals von neunzehn


