men oder komme noch und glähe im Hofnungs⸗ zauber der Zukunft in eurem Herzen— es gibt ein Himmelsglöck auf Erden, und das iſt die Brautnacht dem Reinen. Sie ſcheint zwar nur kurze Zeit, aber ihre langen, langen Strahlen warmen und leuchten noch tief und weit ins Leben hinein, wenn auch die Sonne der Strahlen laͤngſt untergegangen iſt. Fuͤhlt das nur recht lebhaft, und ihr werdet euch nicht muthwillig durch einen thdrichten Augenblick die hoͤchſte Wonne eures Le⸗ bens zerſtoren.— Grabt nicht in Sämpfen und Moraͤſten, auch nicht erſt in rauhen Felsadern nach dem reinen Goldkorn, das euch nur der klare, lichte Strom blinkend entgegenſpält— ſeid viel⸗ mehr wie Muſcheln, die ſich tief verſchloſſen und einſam im Meeresgrund verſenken, um ſo die koſt⸗ liche Perle in ſich zu erzeugen. Wird ſie euch denn doch nicht, wie den Muſcheln, tuͤckiſch geraubt, ſondern ſie bleibt euch ja ſelber zum ſchoͤnſten Ge⸗ nuſſe!
21. Das Gleichgewicht der Wage.
Wie geht es wohl zu, daß gegen Einen gro⸗ ßen Menſchen immer ſo gar viel alltägliche Geiſt⸗ loſe Raͤdel- und Hebelwerke von Menſchen da ſind? Das muß ſein, auf daß die Wage gleich bleibe und nicht umſchlage. Jedes Ding führt zugleich ſeinen unmittelbaren Gegenſatz in und mit ſich, und mit dem einen iſt das andre zu⸗ gleich geſetzt. Da nun ein großer Menſch auf der Richt- und Schnellwage der Welt ſov'el wiegt, wie wenigſtens hundert andre, ſo iſt auch


