Teil eines Werkes 
1. und 2. Lieferung (1819)
Entstehung
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6. Vorſchlag zu einem Gedankenfeſt⸗ halter.

Wenn gewiſſe Menſchen immer eine Schreib⸗ tafel bei ſich fuͤhrten, worinn ſie jede ſich mit Gewalt aufdraͤngende, abſonderliche Bemerkung, jeden blitzig hervorſpringenden und eben ſo blit⸗ zig wieder untertauchenden Gedanken, jede Beo⸗ bachtung auf dem Pfad ihres Lebens, die es werth iſt, im Augenblick ihrer Entſtehung, noch im erſten Feuer der Begeiſterung eintruͤgen ſeis auch mit einem halbgebrochnen Bleiſtift, wenns nur der Setzer leſen kann da könnt ich all die herrlichen Folgen ſogleich im Nachſatz folgen laſſen, wenn ich nicht noch vorher folgen⸗ den Satz aufſtellen wollte: Denken und Denken iſt gar ſehr zweierlei und vielerlei, und Diejeni⸗ gen wenigen Menſchengedanken, die jetzt etwa durch Wort oder Schrift korperlich zur Welt ge⸗ bohren werden, ſind grade nur ſehr wenig von alle dem, was gedacht wird. Bei vielen Men⸗ ſchen beſonders, bei allen aber mit Unterſchied giebt es eine Menge Gedanken, Gefuͤhle und An⸗ ſchauungen, die in Einem Nu zugleich das ganze Feld der Welt und manchmal auch Eckchen der zukünftigen oder Nichtwelt uͤber blitzend und in demſelben Nu zugleich auch wieder verſchwin⸗ dend, die Nervenhebel nur etwa ſo beruͤhren, wie der ſchnellgeſchliffenſte Tonlauf die einzelne Saite, und deren ſich der Menſch nie in ſeinem Leben weiter bewußt wird, auſſer dem Einen Au⸗ genblick des Blitzes. Ohne mich weiter in Er⸗