——
43
Kaſtriota war in Verzweiflung, weil ſein be⸗ rühmter Säbel zerbrochen war, und er die Hand⸗ habung des Schwertes nicht verſtand.
Indeß benutzte er einen Augenblick, wo ſich
Nicol gegen den Biſchof und Johann Staub ver⸗
theidigen mußte, ſenkte ſein Schwert, ohne ſich um die Hiebe zu bekümmern, welche er von denen em⸗ pfing, die ihren Anführer vertheidigten, und ſtieß die Spitze des Schwertes ſo kräftig durch die Hals⸗ krauſe des Gegners, daß Nicol unter Ausſtoßung eines ſurchtbaren Fluches niederſtürzte.
Weit entfernt jedoch, daß ſeine Anhänger durch den Fall ihres Anführers entmuthigt worden wären, wurden ſie vielmehr durch denſelben zu beiſpiel⸗
loſer Wuth angereizt.
Michel Angelo aber ſtürzte ſich auf die Leiche des gefallenen Lieutenants mit jener Gier, mit welcher der Geier auf ſeine Beute niederſchießt.
Ehe noch Kaſtriota es verhindern konnte, be⸗ mächtigte er ſich der Schlüſſel, nach denen er ſich ſo lange geſehnt hatte, und ehe noch der treue Al⸗ baneſe mit ſeinen auf der Folter ausgereckten Glie⸗ dern ſein Schwert wieder aus dem Körper des


