laſſen. Ich begreife, daß Du nichts von Diplo⸗ matie verſtehſt, billige auch Deine Zurückhaltung, weil ſolche für unſre königliche Würde und beſon⸗ ders für das Blut der Luſignans ſtimmt.— Scham iſt die lieblichſte Färbung der Jugend und der Tu⸗ gend, allein es ziemt ſich nicht, dieſe Scham in ein eiskaltes Benehmen ausarten zu laſſen. Meine Tochter, es gibt ein Lächeln und eine Heiterkeit, welche anſtändigen Leuten und der Tugend recht wohl kleiden, beſonders aber der Liebe. Die Tu⸗ gend hat nie etwas Widerwärtiges, ſie iſt liebens⸗ würdig; und wenn man liebt, ſo darf man das wohl durch kleine Kunſtbezeugungen und Annähe⸗ rungen merken laſſen. Der arme Ritter muß den Tod im Herzen haben, und wie man mir geſagt hat, ſo hat Deine Liebe mehr einem Widerſtreben geglichen.“
„Der ſchwarze Ritter ſoll keine Urſache haben, ſich heute über mich zu beklägen. Ich werde ihn recht freundlich empfangen.“
„Mußt Du nicht bald ſeine Gattin werden?“ „Weil Ihr es wollt, mein Vater!“ „Du zitterſt?“


