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entfaltete ein Taſchentuch, räuſperte ſich und leerte dann einen großen Becher Wein.
Die komiſche Wichtigkeit, mit welcher er das Alles that, erregte das Lachen der Kriegsknechte, welche ihm nachahmten und dann mit einer Auf⸗ merkſamkeit auf ihn blickten, aus welcher man die Folgerung ziehen konnte, daß ſie nur Witze erwar⸗ teten, denen ähnlich, mit welchen er ſie nun ſeit zehn Tagen vergnügt hatte.
„Man kann dem Menſchen Talent nicht ab⸗ ſprechen,“ bemerkte der Biſchof gegen Moneſtan.
„Leider,“ antwortete Graf Ludowich,„wenden auch von unſern Geiſtlichen gar manche Mittel an, die Aufmerkſamkeit ihrer Zuhörer zu feſſeln, und die Erfahrung zeigt, daß der geiſtliche Poſſenreißer eine gefülltere Kirche hat, als der brave, biedere Mann, welcher einfach und lauter das Wort Got⸗ tes predigt.“
„Räuber, meine Brüder,“ begann jetzt der Venetianer, indem er ſeine Stimme verſtellte,„ich wähle keinen Text zu meinem Vortrage, weil das unnütz ſein würde; unſer täglicher Text iſt die Sorge für Euer Wohl, denn dieſes ſteht mir höher


