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Marie Stoub hatte ihre Vernunft damals ver⸗ loren, als ſie bei der Einnahme von Nikoſia, der Hauptſtadt von Cypern, ihren Sohn, vön dem Speere eines Feindes durchbohrt, fallen ſah. Da indeß ihr Wahnſinn Niemand ſchadete, ſo hatte man ihr den Beinamen der Unſchuldigen ge⸗ geben.
Faſt war das Grab beendigt, als von einer kleinen Erhebung, welche der„Hügel der Lieben⸗ den“ hieß, ein junges Mädchen in kurzem Rocke, der damaligen weiblichen Tracht in der Provence, herbeieilte.
Dieſes Mädchen war hoch und ſchlank ge⸗ wachſen und winkte ſo anmuthig mit ſeinem Taſchen⸗ tuche, daß man leicht merkte, es gelte einen Abſchied.
Zu gleicher Zeit vernahm man die Hufſchläge eines galoppirenden Roſſes.
Die Unſchuldige erhob neugierig das Haupt, ſah des jungen Mädchens Winken und lächelte boshaft. Als aber die junge Provencalin, wie ein Granatapfel roth, in die Nähe der Unſchuldigen kam, da ſenkte dieſe ihren Blick nieder und that, als habe ſie nichts bemerkt.


