Die Anordnung ihrer Haare und der Schnitt ihres Gewandes ließen eine Griechin in ihr erken⸗ nen. In ihrer ganzen Erſcheinung herrſchte eine auffallende Unordnung, ihre Hagerkeit war zurück⸗ ſtoßend, ihre Augen rollten wild, ihr Antlitz war von Runzeln durchzogen, obgleich es noch immer Spuren von Jugend und Schönheit zeigte.
Es war die Amme Clotildens, des einzigen Kindes Johann's II. von Luſignan, der vertrieben durch die Venetianer aus ſeinem Königreich Cy⸗ pern, mit ſeinen Schätzen, ſo viel er deren zu retten vermocht hatte, nach Caſin⸗Grandes geflohen war.
Schweiß perlte über die eingeſunkenen und gelben Wangen der Amme, die unermüdet in ihrer Arbeit fortfuhr.
Sie grub ein Grab, indem ſie mit Geiſter⸗ ſtimme dabei ſagte:
„Mein Junge!— Du ſollſt Dein ehrlich Grab erhalten!— Armes Kind!“
Dann brach ſie in ein ſchallendes Gelächter
aus, durch welches deutlicher, als durch jeden an⸗ dern Umſtand, der Wahnſinn verrathen wurde, welcher ihren Geiſt umfangen hielt.


