Teil eines Werkes 
3. Band (1862)
Entstehung
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185 ihrer Vergangenheit ein mildes Urtheil zu ſchen⸗ ken. Sie habe ihr Kind einſt in Verzweiflung

und Gewiſſensqual hingegeben, und auch, um ſich an Rudolf zu rächen, der es geliebt. Sie ſei befriedigt, daß jene Ella und nicht ſein Kind es geweſen, die ſeine letzten Lebensjahre erleichtert, denn Kindesliebe habe er ſo wenig als treue Frauenliebe verdient. Doch er möge in Frieden ruhen; ſie werde für ihn beten, und er, Edgar, möge Sorge für Wilhelmine tragen, die ja ſeine Verwandte und, wie ſie vermuthe, auch ſeine Freundin ſei. Er ſolle ſie zu beſtimmen ſuchen, das Theater zu verlaſſen, und wolle ſie in ſtillem Frieden leben, ſtehe das Kloſter und die Arme ihrer Mutter ihr offen.

Edgar zeigte ſtatt einer Antwort hierauf auf die erkaltete Manuela.

O, mir keinen Vorwurf wegen ihr! rief ſie ſchmerzlich aus.Ich liebte ſie und liebte ſie fort, als ich in ihr das rechtmäßige Kind Rudolfs er⸗ kannte und an die Schmach dachte, die das meine traf. Dann ſprach ſie nach einer Pauſe weiter:

Als mein Kind das Licht der Welt erblickte, ſah ich in ihm eine Gräfin Bardenberg. Oh,