177 ſtand, danach wurde ebenſowenig geforſcht, als nach ihren früheren Verhältniſſen in Paris. Vage Gerüchte, die von dort aus einen Weg hieher gefunden, blieben von Ella's näheren Bekannten gänzlich unbeachtet, wurden aber dafür in wei⸗ teren Kreiſen zu ihrem Nachtheil ausgebeutet, da es guten Stoff zu beliebter Unterhaltung gab. Ein intereſſanter Maler mit einer auffallend ſchönen Schülerin in einer reizenden Villa lebend, war ganz geeignet, die vornehme Damenmlt zu beſchäftigen.— Doch was kümmerte das Ella in ihrer geiſtig ſo belebten Einſamkeit und den Kunſt⸗ ſtudien, denen ſie ſich hingab. Blieb ihr nur zudringliche Neugierde fern, von dem andern ver⸗ nahm ſie ja nichts, und in weitere Kreiſe wollte ſie erſt wieder eintreten, wenn die Kunſt ihr einen berühmten Namen gegeben. Ihre Villa war in⸗ zwiſchen der angenehmſte Aufenthalt. Jeder, dem geſtattet war, hier aus und ein zu gehen, fühlte ſich beglückt, denn er fand ſtets eine zwangloſe und ſchöne Unterhaltung Ella verſtand es, geiſtige Freuden mit ſinnlichen Genüſſen in ſchöner Har⸗ men zu vereinen, und ſobald ſie im Kreiſe der
Freunde erſchien, wurde die geſellige Freude Stein, Die Braut im Kloſter. I. 12


