weilen für ſeinen jungen Nachfolger einen Akt zu ſouffliren. Die älteren Mitglieder, an Herz gewöhnt, ließen ſich das gerne gefallen; die jüngern dagegen opponirten, als ſtörend für den Abend, und beſonders verbat ſich Fräulein Rauck den in⸗
terimiſtiſchen Souffleur, ja, ſie äußerte ſich ſehr
ungehalten über ſeine Zudringlichkeit und verwies ihm dieſelbe ſehr hochmüthig. Darauf zog ſich Herz von der Bühne zurück und betrat ſie nicht wieder, und ſchaute ſie nur vom Parterre aus an. Daß in ſeinem gekränkten Gemüth dadurch eine bedeutende Abneigung, ja ein förmlicher Haß gegen die tragiſche Liebhaberin entſtand, war eine begreifliche Sache; und wie lieb er Wilhelmine haben mußte, um ſich zu einem Gang zu ihr zu entſchließen, iſt ebenſo einleuchtend.— Er ſetzte ſeinem Pflegekind, wie er das junge Mädchen am liebſten nannte, weitläufig auseinander, was nun Alles geſchehen müſſe. Ihr jedoch wollte dieſer langſame Gang nicht zuſagen, und allerei roman⸗ tiſche Ideen ſchwirrten durch ihren unruhigen Kopf, mit denen ſie ſchneller an das Ziel ihrer Wünſche zu kommen gedachte. Allein nichts wollte bei praktiſcher Anwendung ſich als ſtichhaltig erweiſen,


