Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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ſich ſelbſt wollte ſie fortan vertrauen und dem Talent, das, wie ſie feſt glaubte, ſie in ſich trage. An die techniſchen Schwierigkeiten, die ſich auch dem größten Talente ſo oft hemmend in den Weg ſtellen, dachte ſie wenig, es erſchien ihr ſo leicht, die Geſtalten der Dichter, die ſie in ſich aufge⸗ nommen, wiederzugeben, daß ihr ſelbſt die Angſt vor einem erſten Auftreten entſchwand. Nur an dem Ideal hängend, das ihre Seele erfüllte, und gehoben von der dramatiſchen Kraft, die ihr inne wohnte, dachte ſie nicht an die äußern Schwierig⸗ keiten, denen auch ein höheres Streben unterwor⸗ fen iſt, und in weniger dachte ſie an die ſtören⸗ den Dinge, die in den Bühnenverhältniſſen, ſelbſt für das aufſtrebende Talent, nur zu häufig wie ein drückender Alp liegen. Davon wußte ſie ja nichts, wie überhaupt nur in der gänzlichen Unerfahrenheit dieſer Verhältniſſe die Kühnheit ihres Verlangens und ihr großes Selbſtvertrauen lag. Der Exſouffleur ſchüttelte bedenklich das erfahrene Haupt zu dem kecken Muth des jun⸗ gen Mädchens, das ohne Bedenken gleich morgen ſchon in der bedeutendſten Rolle aufgetreten wäre.

Bis vor die Lampen, ja; ſagte er ſich, und