Teil eines Werkes 
2. Band (1862)
Entstehung
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terin von Bardenberg ankam, um den verlornen Sohn wieder in Empfang zu nehmen. Sie wollte ihn ſchelten und recht ernſtlich böſe mit ihm thun, allein ihr Mutterherz war zu ſchwach dazu. Wei⸗ nend vor Freude ſchloß ſie den Flüchtling in die Arme, und war ganz verſöhnt, als er verſprach, mit ihr in die Heimath zurückzukehren. Doch mit dieſem Verſprechen war es Moritz durchaus nicht ſo ernſt, wie ſeine Mutter glaubte. Wil⸗ helminens unbegreifliches Verſchwinden erhöhte ſeine Leidenſchaft für ſie, und mit dem Eigenſinn eines verzogenen Knaben hing er ſich an den Gedanken, ihre Laufbahn zu verfolgen, und über⸗ wand auch damit das geheime Grauen, das er, ſeit er eine Vorſtellung mit angeſehen, vor einem theatraliſchen Verſuche empfand. Seine Eitelkeit kam ihm hiebei zu Hilfe und übertäubte die rich⸗ tigere Anſicht, die ihm jedes Geſchick dafür ab⸗ ſprach, mit der Phraſe:Was Andere können, wird dir auch möglich ſein. Wilhelminens Ge⸗ ſpräch mit dem alten Herrn, das er zwar nicht verſtanden, erweckte ihm dennoch den Verdacht, ſie könne vielleicht bei dieſem ſich verborgen hal⸗ ten, und er fing an, Straße auf und ab zu 2