Teil eines Werkes 
1. Band (1862)
Entstehung
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212.

Dagegen begriff Lorenzo Ella nicht ganz. Si

nahm ein ſo ſichtliches Intereſſe an Edgar, daß es oft an aufkeimende Leidenſchaft grenste, dann aber behandelte ſie ihn wieder wie ein unerfah⸗ renes Kind, welches man ſpielend unterrichtet. und war dabei ſo heiter, ſo unbefangen, daß er die Sorge zurückdrängte, welche Ella's Herz tiefer dabei betheiligt wähnte. Lorenzo war ein er⸗ fahrener Mann im Punkte der Liebe und des weiblichen Herzens, und doch lernte er die Capricen deſſelben nicht alle kennen, noch weniger ſeine ganze geheimnißvolle Tiefe ergründen. Selbſt Ella, die er ſo ganz zu durchſchauen glaubte, blieb ihm ein Räthſel Edgar gegenüber. Vielleicht war ſie es ſich ſelbſt. Am Abend vor dem Trennungs⸗ tage, als ſie bis ſpät in die Nacht am Ufer des ſchönen See's zuſammen waren, fühlte ſich Edgar ſehr wehmüthig geſtimmt, und die letzte Beſtim⸗ mung ſeines Vaters, deren Erfüllung ihm heilige Pflicht war, lag ſchwer wie noch nie auf ſeiner Seele. Das nahe Landhaus mit der ſchwermü⸗ thigen Tante und der ungeliebten Braut und die Trennung von den liebgewonnenen Reiſegefähr⸗ ten drückte ihn nieder, und als ihre Unterhaltung