201
ſeltene Herrlichkeit dieſes Abends ihr verurſache; Lorenzo aber faßte ihre Hand, drückte ſie ermu⸗ thigend und ſah ſie dabei bittend an.
Sie lächelte ihm ſchmerzlich zu, doch fing ſie jetzt lebhafter ſich mit Edgar zu unterhalten an, und ſie ſprachen bald recht vertraut, wie alte Be⸗ kannte miteinander.— Edgar fühlte ſich von Ella und Lorenzo ſehr angeſprochen, und viel min⸗ der müde als ſie, dachte er nicht an das„Gute⸗ nacht“.— Auch Ella ſchien es trotz ihrer Mü⸗ digkeit zu vergeſſen. Es war ſo anziehend, ſp bei einander zu ſitzen auf einer grünen Matte, drei Menſchen, ſich ähnlich an Bildung und Alter,— hoch über dem kleinlichen Weltgetreibe in nächtli⸗ cher Beleuchtung, zwiſchen Felſen und Eisbergen: eine Idylle voll Poeſie. Man ſprach von dem folgenden Tage und ſeinen Plänen; Ella wollte nicht mehr in das Eisfeld mit ſeinem ſchönen und großartigen Grauen,— ſie wollte noch einige freund⸗ liche Punkte beſuchen und dann ſchnell nach Ita⸗ lien hinüber. Edgar ſagte, er reiſe planlos um⸗ her, und wolle ſich ihnen anſchließen, wenn es ſie nicht ſtöre. Ella willigte lebhaft ein; doch über Lorenzo's Stirne zog ſich eine ernſte Falte,


