— 279— daß er den Mund öffnete; aber er begann wie⸗ der die alte fremde Sprache. Niemand verſtand ein Wort, und verlegen ſchloß der Direktor das Protokoll von wenigen Zeilen mit der Anmer⸗ kung, daß der Unbekannte der uͤblichen Landes⸗ ſprache nicht maͤchtig zu ſeyn ſcheine.
Da es indeſſen nothwendig war, zu erfah⸗ ren, ob der Alte wirklich in einer lebenden Sprache rede, ſo erſuchte der Polizeivorſteher ei⸗ nen Lehrer der Oberſchule, der wegen ſeiner Kenntniß vieler lebenden und todten Sprachen beruͤhmt war, einem Verhöre beizuwohnen. Der Gelehrte kam, und erklaͤrte, nachdem er dem Greiſe eine Viertelſtunde lang zugehoͤrt hatte, daß das, was dieſer rede, ein Gemiſch von ebraͤi⸗ ſcher und verſtuͤmmelter perſiſcher Sprache ſey.
Als darauf der Gelehrte ihn in ebräiſcher Sprache anredete, erwiderte er ſchnell und eifrig, doch war ſeine Antwort ohne Reihefolge, ohne Ordnung, ein neberſpringen von einem Gegen⸗ ſtande zum andern, ein Verweilen bei entfernten, zur Sache nicht gehoͤrenden, Stoffen. Seine Rede ſtrömte jetzt kraͤftig und eilends dahin, und in demſelben Augenblicke ſchmolz ſie zur Klage in weichen bewegenden Toͤnen. Hiebei fuͤllte
ſein Auge ſich mit Thraͤnen und dann laͤchelte
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